Chronik

Viel Schmelzwasser: Feuerwehr Mittersill im Hochwassereinsatz

Kurz vor Mitternacht standen die Pegel der Salzach knapp unter der Alarmstufe 1. Am Mittwoch spitzt sich die Situation zu. Das viele Schmelzwasser brachte die Pegel zum Anschwellen.

Die Feuerwehr Mittersill steht seit der Nacht auf Mittwoch im Hochwassereinsatz. Die hohen Temperaturen brachten durch das Schmelzwasser die Pegel zum Anschwellen. Derzeit werden laufend die Pegel kontrolliert, die Einsatzkräfte rechnen mit Straßensperren durch Ausuferungen. Bereits am Dienstagnachmittag erreichte die Salzach die Warngrenze. Da ein weiterer Anstieg der Pegel prognostiziert wurde, rückte die Freiwillige Feuerwehr aus, um die kritischen Stellen zu begutachten. Bis Mitternacht wurde die Alarmstufe 1 fast erreicht, sagt Johannes Wiesenegger vom hydrographischen Dienst des Landes Salzburg. Auch im Bereich Wallnerau und Werfen im Pongau wurden die Meldegrenzen erreicht. Die Situation sei als ungewöhnlich aber nicht kritisch einzustufen. Am Mittwoch werde sich die Situation aber noch weiter zuspitzen.

"Wir haben derzeit einfach die Situation, dass es durch die warmen Temperaturen sehr viel Schmelzwasser gibt. In der Nacht hat sich die Situation etwas entspannt. Aber wir starten am Mittwoch mit einem höheren Pegel als noch am Tag zuvor. Bis zum Abend werden die Pegel noch höher steigen als am Dienstag", sagt Wiesenegger.

Zwei- bis fünfjährliches Hochwassereignis

Die Freiwillige Feuerwehr Mittersill ist derzeit nach wie vor in Bereitschaft. Es handle sich bei der aktuellen Situation um ein zwei bis maximal fünfjährliches Hochwassereignis. "Die Situation hat aber Potenzial, etwa wenn durch Gewitter noch mehr Wasser dazukommt. Andererseits muss man auch sagen, dass es gut ist, wenn der Schnee jetzt wegschmilzt. Richtig kritisch wird es erst, wenn zu dem Schmelzwasser noch viel Niederschlag dazukommt."

ZAMG: Größere Niederschlagsmengen am Wochenende

Große Niederschlagsmengen werde es in den nächsten Tagen aller Voraussicht nach aber nicht geben, sagt Yasmin Markl von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Salzburg. "Derzeit sind keine großen Mengen erwartet. Am Mittwoch werden die meisten Gewitter südlich des Alpenhauptkammes stattfinden. Am Donnerstag sind auch an der Alpennordseite mehr Gewitter möglich, das sollte aber keine wesentlichen Auswirkungen auf die Pegel haben." Mehr Niederschläge wird es dann wohl am Wochenende geben. "Da erreicht uns ein Ausläufer einer Kaltfront. Wie sich das auf die Hochwassersituation auswirkt, lässt sich aber derzeit noch nicht genau sagen." Mit größeren Schmelzwassermengen sei aber jedenfalls noch länger zu rechnen, sagt Yasmin Markl. "In den mittleren Lagen wir zwar bald der meiste Schnee geschmolzen sein, aber weiter oben liegt immer noch viel Schnee."

Hochwassereinsatz auch in St. Johann

Auch in St. Johann war die Feuerwehr im Hochwassereinsatz. Im Bereich "Lange Brücke" kam es zu einer Überflutung des Treppelweges. Beim Stadtzentrum bauten die Einsatzkräfte den Hochwasserschutz auf. In der Salzachsiedlung wurden bei drei Wohnhäsuern vorsorglich Tauchpumpen in Betrieb genommen, um die Überflutung von Kellern durch Grundwasser zu verhindern.

Quelle: SN

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