Chronik

Viel zu laut: Salzburger Polizei strafte mehrere Motorradfahrer

Polizeibeamte der Landesverkehrsabteilung führten am Dienstag Lärmmessungen bei Motorrädern und Mopeds durch. Ein 44-jähriger Deutscher musste seine Kennzeichentafel an Ort und Stelle abgeben.

Symbolbild SN/sn
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Auf der B1 in Eugendorf wurden zwei Motorräder kontrolliert. Die Fahrzeuge erreichten bei einer Lärmmessung, welche bei Halbgas durchgeführt werden muss, 104 bzw. 106 Dezibel. Im oberen Drehzahlbereich waren die Motorräder noch wesentlich lauter. Da kamen beide auf über 120 Dezibel. Die Fahrzeuge waren mit einem genehmigten Klappenauspuff ausgestattet. Bei diesem Auspufftyp hätten die Auspuffklappen bei der für die Lärmmessung relevanten Drehzahl automatisch schließen müssen. Bei beiden Motorrädern blieben diese Auspuffklappen jedoch offen. Beim ersten Motorrad eines 50-jährigen Flachgauers war verbotenerweise ein unter der Sitzbank versteckter Schalter verbaut, mit dem der Lenker das Schließen der Auspuffklappen verhindern konnte. Beim zweiten Motorrad eines 40-jährigen Flachgauers funktionierte die Steuerung nicht, wodurch die Auspuffklappen ebenfalls immer offen blieben.
Danach wurde im Wiestal bei Adnet ein 49-jähriger Pongauer kontrolliert. Sein Motorrad war mit dem Originalauspuff ausgestattet. Beide Auspuffschalldämpfer waren aber hinten mit je drei großen Langlöchern aufgebohrt. Eine Lärmmessung bei Halbgas ergab 103 Dezibel anstatt der erlaubten 91 Dezibel.

44-jähriger Deutscher musste die Kennzeichentafel an Ort und Stelle abmontieren

Am Abend kam den Beamten in Kuchl noch ein Moped mit enormer Lärmentwicklung entgegen. Eine Lärmmessung, die bei Mopeds nur knapp über dem Standgas durchgeführt werden muss, ergab 94 Dezibel anstatt der erlaubten 78 Dezibel. Bei etwas mehr Gas erreichte das Moped sogar 111 Dezibel. Am Fahrzeug war ein wirkungsloser Rennauspuff montiert. Am Rollenprüfstand erreichte das Moped eine Bauartgeschwindigkeit von 73 km/h anstatt der erlaubten 45 km/h. Außerdem fehlte der Starthebel, wodurch das Moped immer nur durch Anlaufen in Betrieb genommen werden konnte. Der Lenker, ein 44-jähriger Deutscher, musste die Kennzeichentafel an Ort und Stelle abmontieren. Der Fahrzeugschein wurde ihm ebenfalls abgenommen. Alle Lenker werden bei den zuständigen Behörden zur Anzeige gebracht.

Quelle: SN

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