Chronik

Vier Jahre Gefängnis für Tankstellenüberfall in Eugendorf: Täter nannte Hunger als Motiv

21-jähriger arbeitsloser Flachgauer hatte geschocktem Tankstellenmitarbeiter eine schwarze CO2-Pistole vorgehalten und Geld gefordert. Das Urteil wegen schweren Raubes ist noch nicht rechtskräftig.

Symbolbild.  SN/APA/HERBERT PFARRHOFER
Symbolbild.

Ein 21-jähriger, bis dahin unbescholtener Flachgauer betrat im Juli dieses Jahres spätnachts einen Tankstellenshop in Eugendorf. Er entnahm aus dem Verkaufsregal einen Käseaufstrich und Hartwürstel. Dann ging er zum Verkaufspult, zog plötzlich eine große schwarze CO2-Pistole aus der Tasche, richtete sie auf den Tankstellenmitarbeiter und forderte "alle 50er- und 100er-Scheine aus der Kassa". Der geschockte Angestellte händigte ihm 520 Euro aus - der 21-Jährige nahm Geld und Lebensmittel und flüchtete.

Nur kurz darauf war der Räuber auch schon verhaftet. Er hatte sich auf einem nahen Parkplatz versteckt - als er die am Tatort eintreffenden Polizisten wahrnahm, wählte der 21-Jährige selbst den Polizeinotruf und gestand den soeben verübten Überfall.

Am Dienstag stand der junge Mann (Verteidiger: RA Michael Berger-Wiegele) am Landesgericht vor einem Schöffensenat (Vorsitz: Richterin Martina Pfarrkirchner). Er sei damals schon länger arbeitslos gewesen, habe kein Geld "und seit einer Woche auch nichts mehr zum Essen gehabt", so der Angeklagte. Die Vorsitzende Richterin hielt ihm jedoch vor: "Wenn Sie so großen Hunger hatten, warum verüben Sie dann gleich einen Raubüberfall? Warum sind Sie nicht in ein Geschäft hinein, um sich allenfalls etwas zum Essen zu stehlen?" - Der 21-Jährige hatte keine wirkliche Antwort darauf: "Ich war dumm. Und hab einen großen Fehler gemacht." Einen tatsächlich großen Fehler, wie das Urteil des Gerichts verdeutlicht: Vier Jahre Gefängnis wegen schweren Raubes bei einem möglichen Strafrahmen von einem Jahr bis zu 15 Jahren Haft. Zudem wurden dem Opfer, vertreten von RA Stefan Rieder, 1000 Euro Teilschmerzensgeld zuerkannt. Der Angeklagte nahm Bedenkzeit, Staatsanwältin Sabine Krünes gab keine Erklärung ab - das Urteil ist somit noch nicht rechtskräftig.

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