Chronik

"Visionen genügen nicht"

Die Bürgerinitiative Pro Hahnbaum versteife sich auf den Betrieb des Doppelsesselliftes, lege dafür aber keine brauchbaren Konzepte oder Finanzierungsvorschläge vor, erklärt Bgm. Günther Mitterer.

SW

Das Thema Hahnbaum-Sessellift lässt immer noch die Emotionen hochgehen. Bgm. Günther Mitterer steht in der Kritik der Initiative Pro Hahnbaum. Im "PN" Gespräch nimmt er Stellung.


Redaktion: Die Initiative Pro Hahnbaum hat Ihnen eine Liste mit 3955 Unterschriften für die Erhaltung des Sesselliftes vorgelegt. Es wird nun beklagt, dass Sie das Thema weiterhin zu wenig ernst nehmen bzw. sich nicht dafür zuständig fühlen. Wie stehen Sie dazu?
Mitterer: Dass ich das Thema nicht ernst nehme, muss ich sehr zurückweisen. Das Thema Hahnbaum hat die Gemeinde schon vor der Gründung dieser Bürgerinitiative sehr stark beschäftigt. Wir waren immer an einer Lösung interessiert. Man muss zwei Sachen unterscheiden. Einerseits den 43 Jahre alten Doppelsessellift Hahnbaum und auf der anderen Seite den Hahnbaum als Ganzes und als Erlebnisberg für die Einheimischen. Dass die St. Johanner einen attraktiven Erlebnisberg Hahnbaum wollen, haben sie beim Stadtentwicklungsprozess klar artikuliert und dafür setzen wir uns auch ein. Zurück zu den 3955 Unterschriften: Die sind mir nicht als Liste übergeben worden. Vielmehr bekam ich ein Plakat, wo draufgestanden ist, dass es so viele Unterschriften gibt. Woher die Unterschriften gekommen sind, wurde mir nicht mitgeteilt. Bei den Unterschriften geht es rein um den Erhalt des Doppelsesselliftes. Die Betriebspflicht für den Doppelsessellift liegt aber bei den Alpendorf-Bergbahnen und nicht bei der Stadtgemeinde. Das muss man ganz klar feststellen.

Es entsteht oft der Eindruck, dass die Gemeinde bei diesem Thema sehr zurückhaltend agiert. Mangelt es Ihnen an Initiative?
Das sehe ich nicht so. Ich habe, als die Wogen hochgegangen sind, die Arbeitsgruppe Hahnbaum ins Leben gerufen. Alle Beteiligten, d. h. die Bürgerinitiative, die Alpendorf-Bergbahnen, der Tourismusverband und auch die Stadtgemeinde haben sich an einen Tisch gesetzt. Es haben dann auch drei, vier Gespräche stattgefunden. Dass nun behauptet wird, ich hätte keine Arbeitsgruppe einberufen, verstehe ich überhaupt nicht. Man hat sich darauf geeinigt, dass die Bürgerinitiative über den Sommer Wirtschaftlichkeitsberechnungen für den Betrieb des Sesselliftes anstellt und auch ein Konzept unter Einbeziehung der Grundeigentümer vorlegt. Das ist beim letzten Gespräch im Juli so vereinbart worden. Bis dato haben wir davon nichts bekommen.

Die Vorstellung des Sommerkonzepts für den Hahnbaum war vielen zu vage, die für den Winter fehlte völlig. Warum ist das so?
Das Sommerkonzept umfasst das, was wir in Übereinstimmung mit den Grundeigentümern umsetzen können. Ein Disneyland wurde aber auch beim Stadtentwicklungsprozess nicht gewünscht. Die Alpendorf-Bergbahnen hatten keine Möglichkeit mehr, ihr Winterkonzept sinnvoll im Rahmen des Stadtentwicklungsplans vorzustellen, dafür sind die Wogen auch aufgrund der medialen Berichterstattung im Vorfeld viel zu hoch gegangen. Wir haben deshalb den ganzen Winterbetrieb aus dem Stadtentwicklungskonzept rausgenommen und ich habe stattdessen die Arbeitsgruppe Hahnbaum ins Leben gerufen, in der wir uns leider etwas im Kreis drehen. Vieles, was ich jetzt an persönlicher Kritik bekomme, hat auch schon mit den bevorstehenden Wahlen und mit Einzelinteressen zu tun.

Wie kann man nun aus diesem Kreis rauskommen?
Am 6. November ist ein Gespräch, auch unter Einbeziehung des Raiffeisenverbandes, anberaumt. Ich hoffe, dass wir da einen Schritt weiterkommen. Hoffentlich liegen dann Wirtschaftlichkeitsberechnungen vor. Ich will niemandem seine Visionen nehmen, aber diese Visionen müssen auch bezahlt werden. Ich bin immer noch zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden. Der Doppelsessellift allein ist nicht alles, es geht um den Hahnbaum als Ganzes.


Aufgerufen am 21.11.2018 um 12:57 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/visionen-genuegen-nicht-58766401

"Skurrile Freiwilligkeit"

"Skurrile Freiwilligkeit"

Die Diskussionen um den 12-Stunden-Tag reißen nicht ab. Die Arbeiterkammer (AK) spricht von drei Problemfällen im Pongau. Es seien nur ein paar schwarze Schafe, die man in den Griff bekommen werde, meinte …

Das Siegerprojekt steht fest

Das Siegerprojekt steht fest

Das städtebauliche Großbauprojekt in der Josef-Leitgeb-Straße nimmt jetzt Formen an: Den Pongauer Nachrichten wurde das Siegerprojekt des Architektenwettbewerbes exklusiv vorgestellt:
Am Standort im Zentrum …

Karriere

Top Events

Schlagzeilen