Chronik

Vom Boarder zum Tischler

Nach 25 Jahren im wintersportlichen Weltcupzirkus kehrte Peter Pechhacker zu seinen handwerklichen Wurzeln zurück und betreut auch seine Tochter an der Piste.

Holzspezialist mit internationaler Erfahrung: Peter Pechhacker. privat
Holzspezialist mit internationaler Erfahrung: Peter Pechhacker.

Nach Landwirtschaftsschule, Tischlerlehre und Akkordarbeit als Zimmerer in München versuchte sich der Gasteiner (Luggauer) Peter Pechhacker (Jahrgang 1970) als Snowboarder.

Rudi Hinterlechner betreute damals die Salzburger Talente. Der Sprung ins Nationalteam gelang rasch und der zum ersten Weltcupsieg beim Premierenrennen im Pitztal auch.

Der heute in Radstadt mit Frau und zwei Töchtern lebende Pechhacker: "Das war eine tolle Zeit. Wir fuhren zu Rennen nach Kanada, Amerika, Japan und durch ganz Europa. Von 1993 bis 1998 war ich im Weltcup, holte in einer Saison sogar die Gesamtweltcupkugel im Riesentorlauf."

Ans Karriereende hängte er vier Jahre als Nationalteamtrainer - unter anderem von Alex Maier - an und wechselte dann zu Atomic, wo er das Ski-Cross-Team in der Rennserie begleitete. Der Pongauer: "Rudi Huber war damals Rennsportchef. Ich wirkte im Serviceteam im Weltcup bei den Alpinen mit - ehe 2015 die nächste Lebensveränderung ins Haus stand. Wir zogen für zwei Jahre nach Lillehammer in Norwegen. Ich arbeitete dort als Zimmerer, baute Hütten auf und wäre beinahe dort geblieben. Die Lebensart in Skandinavien gefiel auch meiner Familie. Das Heimweh nach Österreich war letztlich größer. Seit Sommer 2017 sind wir wieder da."

Holzspezialist

aus Leidenschaft

Sein Netzwerk im Rennsport ist groß, Anfragen für Engagements gab es immer wieder. Pechhacker machte sich aber als Holzspezialist aus Leidenschaft mit seiner "Hoamat-Werkstatt" selbstständig und spezialisierte sich auf Reparaturen, Service und Montage.

Dabei macht er vor allem jene Arbeiten, für die - nach eigenen Angaben - andere Tischler keine Zeit mehr haben.

Er betreut und berät Skisportler in Materialfragen und begleitet seine talentierte Tochter Julia im Landeskader zu Skirennen.

Pechhacker: "Da trifft man immer wieder Wintersportkollegen aus vergangenen Tagen, die heute ebenfalls als elterliche Betreuer am Pistenrand stehen. Ich fühle mich im Leben und in der Heimat angekommen und bin nach 25 Rennsport- und Hoteljahren froh, den Stress und die Hektik abgelegt zu haben."

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