Chronik

Von Pfarrwerfen in die Welt

Mit viel Gespür wurde Meissl Schirme zu einem Weltmarktführer. Im Freien kann man sich mit den speziellen Lösungen besonders jetzt wohlfühlen.

Erfolgreich auf der ganzen Linie: Geschäftsführerin Hermine Meissl SN/sw/meissl
Erfolgreich auf der ganzen Linie: Geschäftsführerin Hermine Meissl

"Zuerst hat das Jahr mit dem Lockdown auch für uns gar nicht gut angefangen", erzählt Hermine Meissl, Geschäftsführerin der Firma "Meissl Schirme", die sich auf Großschirme, Schirmbars und Windschutzlösungen, vieles davon in Sonderanfertigungen, spezialisiert hat. "Es war zuerst ein schleppendes Jahr mit weniger Umsätzen. Auch wir mussten für die Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden. Vieles im Verkauf und der Montage war ja nicht möglich. Doch mit September kamen immer mehr Aufträge rein."

Sitzen im Freien wird durch die Corona-Pandemie immer beliebter. "Unsere Gastronomie hat in manchen Bundesländern - vor allem am Land - während des Sommers gute Umsätze gemacht. Obwohl sich viele Gastronomen nicht über große Projekte trauten, werden nun zahlreiche kleinere umgesetzt", freut sich die Pfarrwerfenerin. Denn Schirmsysteme für überdachte Terrassen sind in der Gastronomie ein neuer Verkaufsschlager, die Anfragen nehmen stark zu. Viele Wirte wollen ihre Terrassen und andere verfügbare Freiflächen besser nutzen und suchen nach neuen Möglichkeiten. "Unsere schwer gebeutelte Gastronomie investiert erfreulicherweise immer noch gerne. Ich möchte auch deshalb betonen, dass wir kein sogenannter Corona-Gewinner sind, denn in Wirklichkeit verlieren wir alle nur durch die Pandemie."

Es war der Vater von Hermine Meissl, der seine Idee zu gefinkelten Lösungen umsetzte, nämlich "draußen mit einem stabilen Schirm zu sitzen. Das wurde von uns salonfähig gemacht. Früher waren das ja eher nur bessere Glühwein- oder Würstelstände."

Seit Jahren verkauft die Firma ihre Spezialprodukte neben dem Hauptmarkt Österreich auch weltweit, "in Schritt für Schritt weiterentwickelten Systemen. Wir freuen uns über Aufträge in den USA, der Slowakei oder Irland. In Irland haben wir gar kein Marketing machen müssen. Viele kennen uns auch von ihren Urlauben in Österreich."

Schirme aus Pfarrwerfen befinden sich mittlerweile an hochalpinen Standorten und auf Nordseeinseln, in Tourismuszentren und idyllischen Altstädten, in berühmten Skiorten der USA und Kanadas, einem Weingut in Kalifornien, einem japanischen Heilbad oder als Lokal auf einem Schleppkahn im Rotterdamer Hafen. Sie ergänzen exklusive Spitzenrestaurants und urige Alpenhütten, Gastgärten, Seilbahnstationen und angesagte Cafés. Sie krönen Hotelterrassen und Luxusresorts in Moskau, an der türkischen Küste, aber auch im obersten Stockwerk des Salzburger Crown Palace. Sie sorgen dabei für angenehmes Open-Air-Erlebnis bei jeder Witterung.

"Die meisten Kunden haben wir in Deutschland, Italien und den USA." Auch in Tirol und Salzburg sei die Nachfrage sehr groß, sagt die Firmenchefin: "Unsere Gastronomen investieren noch immer gern. Sie wissen, dass es auch ein Morgen gibt."

Weil viele Gäste in Tourismusregionen in den kommenden Monaten beim Essen und Trinken sitzen bleiben müssen und weil immer mehr Abstand notwendig ist, weichen die Gastwirte eben auf mehr überdachte Flächen im Freien aus. So soll mehr Raum geschaffen und dieser auch das ganze Jahr über genützt werden: "Unsere Schirme haben auch Bars, Theken oder Heizelemente eingebaut." Eine Flexibilität, die für sich spricht: Die Schirme lassen über das ganze Jahr größtmögliche Freiheiten zu; wenn es noch zu kühl ist, schützen die hochfahrbaren Wände gegen Wind oder Regen. Im Sommer bieten sie Schutz vor Hitze. Im Winter werden Schirm und Wand zu einer Raumlösung und mit Heizstrahlern ergänzt.

Vieles wird von der Firma Meissl gemeinsam mit den Kunden geplant und getüftelt. Dafür hat man auch seit Kurzem die Forschungs- und Entwicklungs-GmbH zum Standort nach Pfarrwerfen geholt: "Zuvor hatten wir ein Expertennetzwerk in Salzburg. Nun betreut mein Lebensgefährte als technischer Geschäftsführer diesen Bereich." So ist nun praktisch alles unter einem Dach. Die Vereinigung mehrerer Sparten ermöglicht hochwertigste Qualitätsentwicklung. Mitarbeiter sind Metalltechniker, Elektrotechniker, Tischler, Stahlbauer, Näherinnen, Mechatroniker oder Technische Zeichner: "Ich freue mich auch über Frauen in diesen sonst üblichen Männerberufen. Gerade haben wir eine Metalltechnikerin in Ausbildung. Das ist positiv und schlägt sich auch auf die Stimmung nieder."

Die Chefin ist bekannt für ihr Gespür und ihr Einfühlungsvermögen. Sie freut sich über Teamarbeit und "über alle, die bei der Tür hereinschauen. Die Menschen streben gerade in so schwierigen Zeiten nach Stabilität und Wohlfühlen."

Gemeinschaft ist wohl auch ein weiteres Erfolgsgeheimnis von Meissl.

Aufgerufen am 24.11.2020 um 09:13 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/von-pfarrwerfen-in-die-welt-95255857

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