Chronik

Vorreiter im Pongau: Elektrisch unterwegs

Die Elektromobilität ist den Kinderschuhen entwachsen. Die PN waren mit einem E-Auto unterwegs.

 SN/sw/riedler

Viele reden von E-Mobilität, aber eher wenige kaufen ein Elektroauto.

Markus Rosskopf, SBS-Chef im Pongau, fährt eines: "Seit dem vergangenen Herbst ein Firmenauto, einen Renault ZOE. " Seiner Beobachtung nach setzen vor allem Unternehmen immer mehr auf Elektromobiliät, da "sich das eher durch diverse steuerliche Vergünstigungen rechnet".

Rosskopf fährt damit eher kürzere Strecken, wie aber übrigens die meisten anderen Autofahrer auch. Denn Statistiken zeigen, dass 90 Prozent aller Fahrten unter 60 Kilometern liegen.

Die PN starten mit Rosskopfs Auto zu einer SBS-Scheckauslieferung. Schon beim Anstarten fällt der gravierendste Unterschied zwischen einem Elektroauto und einem spritbetriebenen Pkw auf: Das Motorengeräusch fehlt, man hört nichts. Beeindruckend ist ebenso das Fahrgefühl mit einem Elektroauto. Denn man gleitet mit ihm lautlos dahin. Außerdem beschleunigt das E-Auto schnell und stufenlos. Schalten fällt hier nämlich weg. Das Prinzip ist ähnlich wie bei einem Auto mit Automatikgetriebe, bei dem man das Schalten aber durchaus merkt.

"Im Winter hat es auch den Vorteil, dass es schnell heizt, was durch eine Fernsteuerungs-App schon vor dem Einsteigen passieren kann", sagt Rosskopf.

Überhaupt ist das digitale Cockpit beeindruckend - hier kann man etwa genau den jeweiligen Energiestand beobachten: "Das E-Auto hat eine sogenannte Rekuperation. Dieser Ausdruck wird in der Technik für Verfahren zur Energierückgewinnung verwendet. Im konkreten Fall bedeutet das: Wenn ich vom Gaspedal gehe, bremst das Auto stärker als ein herkömmliches Fahrzeug. Dadurch gewinnt es wieder Energie und lädt den Akku. Man kann selbst einstellen, wie stark dieser Bremsvorgang und damit die Energierückgewinnung sein soll." Wir gleiten den Berg hinab und laden dabei auf.

Verunsicherung herrsche bei vielen, wenn es um die Verfügbarkeit von Stromtankstellen gehe. Markus Rosskopf erzählt, dass es auf diesem Gebiet eine rasante Entwicklung gegeben hätte und in unserer Region genügend Schnellladestationen wären.

"Vorausschauendes Fahren ist natürlich nützlich"

"Man kann etwa einen Kaffee trinken und in dieser Zeit aufladen. Ökologisch sinnvoller ist es jedoch, wenn man das zu Hause während der Nacht macht, um auch den günstigeren Nacht-stromtarif zu nützen." Vorausschauendes Fahren sei natürlich immer nützlich, aber die intelligente Ausstattung hebt auch hervor, wo denn die nächsten Lademöglichkeiten sind.

Eine Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zeigt, dass die Zahl der neu zugelassenen E-Pkw im Bezirk St. Johann in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist.

Heuer wurden in den ersten vier Monaten bereits 28 E-Pkw neu zugelassen, das ist ein Anteil von 2,9 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen - und damit deutlich höher als der Österreich-Schnitt (1,9 Prozent). Eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes zeige, dass Benzin- und Diesel-Pkw in der Gesamtbilanz - inklusive Fahrzeug- und Batterieherstellung sowie Energiegewinnung - fünf Mal so viel klimaschädliches CO2 verursachen wie E-Pkw, die mit Ökostrom betrieben werden.

Großer Vorteil: Geringe Wartungskosten

"Zudem können wir Strom selbst herstellen, während wir bei Benzin und Diesel von Erdölimporten abhängig sind, die oft aus Krisenregionen kommen", macht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer auf einen weiteren großen Vorteil der E-Mobilität aufmerksam.

"Ein Vorteil des E-Autos ist vor allem, dass die Betriebs- und Wartungskosten sehr gering sind", meint Rosskopf und weist darauf hin, dass es jederzeit möglich ist, ein E-Auto selbst auszuprobieren: Die Stadtgemeinde St. Johann hat ein E-Carsharing-Angebot direkt im Ort, "eine Möglichkeit vor allem für jene, die auf ein teures und wenig genutztes Zweitauto verzichten möchten."

Aufgerufen am 19.10.2018 um 05:56 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/vorreiter-im-pongau-elektrisch-unterwegs-29341924

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