Chronik

Waldbrand Untersberg: Im Notfall hilft das Bundesheer auch gratis

Das Militär setzte drei Maschinen zur Brandbekämpfung im Raum Grödig ein. Im Assistenzeinsatz, ohne Kosten für die Gemeinde. Nach dem Löscheinsatz kommt aber Kritik von der privaten Pongauer Helikopterfirma Roy Knaus.

Ein Black-Hawk-Hubschrauber im Löscheinsatz. SN/robert ratzer
Ein Black-Hawk-Hubschrauber im Löscheinsatz.

Der Waldbrand am Untersberg ist gelöscht, die Hubschrauber des Bundesheers sind am Dienstagnachmittag zu ihren Stützpunkten abgeflogen. Der Gemeinde Grödig sind keine Kosten entstanden, denn Hilfseinsätze des Bundesheers sind in Paragraf 2 des Wehrgesetzes definiert: "Zur Heranziehung des Bundesheeres zu Assistenzeinsätzen sind alle Behörden und Organe des Bundes, der Länder und Gemeinden innerhalb ihres jeweiligen Wirkungsbereiches berechtigt, wenn die Aufgabe nur unter Mitwirkung des Bundesheeres erfüllt werden kann."

Dieser zweitägige Einsatz stieß dem Pongauer Hubschrauber-Unternehmer Roy Knaus sauer auf: "Wir haben sofort unsere Hilfe mit vier Hubschraubern angeboten und hätten 7700 Liter Löschwasser in Vier-Minuten-Flügen transportieren können. Das Ganze wäre in drei Stunden erledigt gewesen. Wir fliegen solche Einsätze auch in Deutschland und in Tirol. Unser Angebot ist jedoch abgelehnt worden."

So schickte das Bundesheer drei Hubschrauber, eine Alouette III, eine AB 212 sowie einen Black Hawk. Anfangs wurde mit 500-Liter-Behältern geflogen.

"Nach einer solchen Anforderung entscheidet das Bundesheer, mit welchen und wie vielen Kräften und Einsatzmitteln wir tätig werden", sagte Oberst Michael Bauer, Sprecher im Verteidigungsministerium. Die entstehenden Kosten werden in der Folge aus dem Wehrbudget beglichen und nicht explizit ausgerechnet. Hubschrauberpiloten stünden festgelegte Flugstunden zur Verfügung. Ob diese nun für Trainingsflüge oder Einsatzflüge verwendet würden, sei nicht relevant, erklärte der Offizier.

Dennoch könne das Bundesheer nicht zu allen "Unglücksfällen" gerufen werden, sagte Bauer und nannte Beispiele: "Wir fliegen keine toten Kühe von der Alm, und die Anfrage von steirischen Obstbauern, Soldaten sollten Eis von Obstbäumen schlagen, musste abgelehnt werden."

Im Unterschied zu kostenlosen Assistenzeinsätzen nach einem Hochwasser wie 2013 in Oberndorf oder nach Hagelschäden im Flachgau 2009 kann das Bundesheer jedoch zu Unterstützungsleistungen gerufen werden. "Diese müssen zu 100 Prozent bezahlt werden und der Bundesheer-Ausbildung oder einem wehrpolitischen Effekt, also der Imagepflege, dienen", so Bauer. Und das Bundesheer werde auch nur dann aktiv, wenn zuvor die Wirtschaftskammer und die Gewerkschaft einem solchen Einsatz zugestimmt hätten.

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