Chronik

Warum Kinder lernen, wo das Essen herkommt

Viele Kinder wissen nicht mehr, dass die Milch vom Bauernhof kommt. Seminarbäuerinnen klären meinem neuen Projekt auf.

Andrea Schilchegger mit einem „Wildburger“. SN/sw/Privat
Andrea Schilchegger mit einem „Wildburger“.

Andrea Schilchegger aus Annaberg ist eine der sieben Seminarbäuerinnen, die zum Projekt "Mein Essen - meine Zukunft" der Landwirtschaftskammer Salzburg geschult wurden. Dabei erarbeitet sie mit Jugendlichen ab zwölf Jahren in drei Unterrichtseinheiten, was das tägliche Essen mit ihrer Zukunft zu tun hat. Die Schüler erhalten theoretisches Wissen zur nachhaltigen Ernährung und zur sorgsamen Lebensmittelauswahl. Im praktischen Teil wird köstlich und nachhaltig gekocht. Saisonale Lebensmittel werden zu Speisen verarbeitet, die schmecken und gleichzeitig unser Klima schonen. Der Höhepunkt ist die gemeinsame Verkostung der selbst gemachten Spezialitäten.

Ein nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln ist wichtig

Wie kam Andrea Schilchegger zu dem Projekt: "Mir ist wichtig, dass die Kinder lernen, wo das Essen herkommt, und auch ein nachhaltiger Umgang mit den Lebensmitteln. Die Kinder heutzutage wissen oft nicht, dass eine Bäuerin um 6 Uhr in den Stall gehen muss, auch am Sonntag. Ich möchte auch vermitteln, dass wir die Kühe brauchen, denn sonst gäbe es kein Grünland mehr. Im Zuge des Projekts sehen die Kinder auch, dass ein Mensch hinter jedem Lebensmittel steht. Es ist wichtig, Bewusstsein zu schaffen," so Schilchegger.

Seminarbäuerinnen als Botschafterinnen für bäuerliche Produkte

Wie die anderen Seminarbäuerinnen ist auch Schilchegger ausgebildete und zertifizierte Botschafterin für die vielfältigen bäuerlichen Produkte und stärkt als authentische Multiplikatorin das Vertrauen von Konsumenten in regionale und saisonale Lebensmittel. Die leidenschaftliche Jägerin bewirtschaftet gemeinsam mit ihrem Mann Johannes und ihren beiden Söhnen das Windhofgut, einen Milchviehbetrieb mit Hühnern, einem Schwein, einer Alm mit Eigenjagd und Ferienwohnungen. 2016 hat sie eine dreijährige Ausbildung im "Ländlichen Betriebs- und Haushaltsmanagement" mit dem Meister abgeschlossen. Seit 2015 ist Schilchegger als Seminarbäuerin aktiv und gibt ihr Können in Kochkursen zu den Themen Wild, Brot und Gebäck, Party- und Grillgebäck weiter. "Die Kurse halte ich überall. Ich veranstalte auch Gruppenkurse auf Anfrage," so die zweifache Mutter. Die Kurse wie auch die Schuleinsätze seien jedoch ausschließlich über das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) buchbar.

Beim Projekt "Mein Essen - meine Zukunft" lernen Kinder unter anderem, wo ihr Essen herkommt

Bisher hat Schilchegger mit dem Projekt noch keine Erfahrungen, da es erst in den Startlöchern steckt. Wovon sie allerdings schon erzählen kann, sind Einsätze in Volksschulen. Zum Thema "Wo kommt mein Essen her?" war sie in den Volksschulen Annaberg und Lungötz: "Das ist kindlicher aufgebaut. Es wurden Dinkelvollkornwaffeln oder Fruchtzwerge selbst gemacht. Wichtig ist, dass die Kinder Lebensmittel angreifen dürfen. Da ich gerade einen Schulanfänger und einen Viertklasser daheim habe, weiß ich, wovon ich rede."

Beim Projekt "Mein Essen - meine Zukunft" wird mit den Jugendlichen mehr über Nachhaltigkeit, Klimaschutz oder auch Gütesiegel gesprochen: Wie erkennt man, wo Lebensmittel herkommen? Was sind die Vorteile, wenn man frisch kocht? Diese Fragen werden in den Neuen Mittelschulen in der Region beantwortet. "Ich mache das nicht in großem Stil, freue mich jedoch auf die neue Herausforderung."

Aufgerufen am 15.08.2020 um 01:39 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/warum-kinder-lernen-wo-das-essen-herkommt-79803301

Kommentare

Schlagzeilen