Chronik

Warum Salzburger am öftesten schon vor den Ferien fehlen dürfen

Der Landesschulrat erlaubt in Salzburg bei Weitem am häufigsten das Fehlen "aus begründetem Anlass" vor Beginn der Hauptferien.

Symbolbild. SN/APA
Symbolbild.

In Salzburg bekommen Schüler am häufigsten vor den Sommerferien mehr als sechs Tage frei, zeigt die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage durch Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ). 154 Mal wurde dort im Schuljahr 2015/16 das Fernbleiben "aus begründetem Anlass" für mehr als eine Schulwoche genehmigt, in Kärnten geschah das bei ähnlicher Schülerzahl nur 23 Mal.

Burgenland ist am strengsten

Die Praxis der Landesschulräte bei der Genehmigung ist auch in den anderen Bundesländern höchst unterschiedlich: In Wien, wo es drei Mal so viele Schüler gibt wie in Salzburg, hat der Stadtschulrat 103 Mal das längere Fernbleiben vor den Sommerferien genehmigt. Dahinter folgen Tirol (83 Mal) und mit geringem Abstand Vorarlberg (76 Mal) mit seiner um die Hälfte geringeren Schülerzahl. In Niederösterreich gab es 54 Mal die Erlaubnis zum Fernbleiben "aus begründetem Anlass", in Oberösterreich 40 Mal. Sehr restriktiv gehandhabt wird die Regelung in der Steiermark (drei Genehmigungen) und dem Burgenland (null).

Was als "begründeter Anlass" gilt

Wenn ein Schüler mehr als eine Woche "aus begründetem Anlass" in der Schule fehlt, muss das vom Landesschulrat genehmigt werden. Bei Abwesenheit bis zu einem Tag muss nur der Klassenvorstand zustimmen, bei mehreren Tagen bis zu einer Woche der Schulleiter. Als "begründete Anlässe" gelten etwa familiäre Ereignisse bzw. berufliche Tätigkeit der Eltern im In- und Ausland, Behördengänge im Ausland, Sprachaufenthalte, medizinische Behandlung der Kinder oder naher Verwandter im In- und Ausland oder Teilnahme an Sport- und Musikveranstaltungen. Ein Fernbleiben "für den Zweck einer bloßen Verlängerung der Hauptferien" ist von der Regelung nicht gedeckt, wird in der Anfragebeantwortung betont.

Quelle: APA

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