Chronik

Was steckt hinter den Marterl am Wegesrand?

Besonders rund um Allerheiligen sind sie zumeist liebevoll mit Blumen geschmückt oder es brennen Kerzen. Sie erinnern an Verstorbene.

Häufig sind auf den Marterl religiöse Danksagungen zu finden. SN/sw/mooslechner
Häufig sind auf den Marterl religiöse Danksagungen zu finden.

Bei Wanderungen in der Region ziehen sie unweigerlich die Blicke auf sich: die verschiedensten Marterl, Votivtafeln und Abbildungen von Schutzheiligen in unserer Landschaft. In den Tagen rund um Allerheiligen und Allerseelen werden sie zumeist liebevoll gepflegt.

Die Anlässe für ihre Errichtung sind unterschiedlichst und zumeist mit der Glaubenseinstellung der Bevölkerung verbunden.

Die vielfach auf Holztafeln gemalten Votivbilder von einfachster Form bis hin zu künstlerischer Qualität stellen häufig Gelübde oder Danksagungen dar.

Die an Unglücksstellen angebrachten Marterl sollen Passanten zum Beten für das ewige Seelenheil des Verstorbenen anregen. Auf Votivtafeln wird auch zumeist Heiligen gedankt, mit deren Hilfe eine Notsituation ein glückliches Ende gefunden hat.

Vielfach finden diese Marterl und Votivtafeln an mächtigen Baumriesen einen festen Platz oder werden auch an bekannten "Kraftplätzen" dargebracht. Manch uralte Marterl sind aber auch im Laufe der Zeit durch Witterungseinflüsse verblasst.

Die teilweise naiven Malereien erinnern an tödliche Unglücksfälle während der alltäglichen Arbeit, an Bergunfälle oder Naturkatastrophen. Besonders bei der einst schweren Holzarbeit mit der Zugsäge, Axt und der Holzbringung durch die Handschlitten kam es immer wieder zu folgenschweren Unfällen.

Weithin sichtbar ist das mächtige Hochkönigmassiv mit seinen bizarren Türmen aus Dachsteinkalk. Das Gebiet am Mitterberg war schon vor Jahrtausenden für die Erzgewinnung von großer Bedeutung. Die zahlreichen Bergleute mussten auch verpflegt werden, so gab es hier schon sehr früh eine geordnete Land- und Almwirtschaft. Bei einer kürzlich durchgeführten Wanderung entdeckte ich auf einem uralten Lärchenstamm die Abbildung des Heiligen Wendelin mit der Beschriftung "Hl. Wendelin beschütze unser Vieh". Der Schutzheilige soll aus königlichem Geschlecht stammen und im Zuge einer Wallfahrt bei einem Gutsherrn die Stelle als Hirte für Kühe, Schafe und Schweine angenommen haben. Unter seiner Obhut wuchsen die Herden doppelt so schnell wie zuvor.

Verschiedene Legenden ranken sich um den Heiligen Wendelin. So soll er im 6. Jahrhundert im Bistum Trier auch missionierend tätig gewesen sein und sich für ein Leben im Dienste Gottes entschieden haben. Er wird heute als Schutzpatron der Hirten, Landarbeiter und Bauern verehrt.

Eindrucksvoll zeigt sich auch der mächtige Kreewasserfall im hinteren Großarltal. Der Überlieferung nach soll hier im Jahre 1818 ein Goldsucher tödlich verunglückt sein. Die Inschrift am Marterl lautet: "Oh' Maria bitt' für mich Verunglückten, Seer, 1818."

Viele Votivtafeln reichen bis in das 17. und 18. Jahrhundert zurück und stellen ein "Bilderbuch der Dankbarkeit" dar.

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