Chronik

Weihnachtslauf für jungen Krebspatienten am Wolfgangsee

Ein 19-jähriger Fuschler muss mit der Diagnose Knochenkrebs leben. Dieses Schicksal berührt viele Freunde und Bekannte und die wollen jetzt helfen.

Stephanie Vogl und der 19-jährige Tobias Oberascher, der an Knochenkrebs leidet.  SN/privat
Stephanie Vogl und der 19-jährige Tobias Oberascher, der an Knochenkrebs leidet.

Das Schicksal des jungen Tobias Oberascher aus Fuschl am See berührt viele. Als Kind und Jugendlicher spielte er Fußball, ging auch Langlaufen, bis es dann passierte: "Tobi ist vor zwei Jahren eines Tages bei der Arbeit von einer Leiter gestürzt und hat sich dabei verletzt. Im Krankenhaus ist anschließend sein linkes Bein geröntgt worden. Dabei haben die Ärzte einen Tumor festgestellt", sagte Stephanie Vogl. Wochen später habe sich auch beim linken Knie ein Tumor gefunden, der rasch über das Becken zur Wirbelsäule metastasiert sei. Der eindeutige und erschütternde Befund: Knochenkrebs.

Der mittlerweile 19-jährige Tobias Oberascher kann seinen Beruf am Bau nicht mehr ausüben, auch eine Umschulung für den Innendienst brachte keinen Erfolg. Sein Schicksal: Er muss zu Hause bleiben und kann nur hoffen, dass die medizinischen Therapien Linderung bringen.

Stephanie Vogl, Tochter des Fuschler Bürgermeisters, gilt in der Fuschlseegemeinde als Initiatorin zahlreicher Benefizveranstaltungen zugunsten von Menschen in Not. "Meine Freunde, dazu die Vereine und ich nutzen dabei jedes Jahr den kurzen und kleinen Adventmarkt in Fuschl, um dort Spenden und Unterstützung für solche lieben Menschen zu organisieren. Aber heuer gibt es coronabedingt keinen Adventmarkt und wir mussten uns etwas anderes überlegen", so die engagierte Fuschlerin - und stieß sehr schnell auf ein positives Echo.

"Wir freuen uns, dass dieses Jahr der Weihnachtslauf in St. Gilgen am 24. Dezember im Zeichen der Unterstützung für den Tobi stehen darf", sagte Stephanie Vogl. Organisiert wird diese Veranstaltung von Rupert Hödlmoser.

"Der St. Gilgener Weihnachtslauf wurde erstmals 2017 ausgetragen. Der erste Weihnachtslauf stand unter dem Motto: ein gesellschaftlich-gemeinschaftlicher Lauf, ohne Zeitmessung für jedermann und jedefrau, vom
Profisportler bis zum Nordic Walker. Das Ziel dabei war und ist es weiterhin, die aktive Community in der Region zu verbinden und einen aktiven und begeisterungsfähigen Lebensstil zu fördern", so Hödlmoser.

Rupert Hödlmoser, der halbtags im Fuschler Radsportgeschäft Angerer arbeitet, als Haupttätigkeit jedoch sportlicher Leiter eines deutschen Profi-Radfahrerteams ist, war im Leistungssport kein Unbekannter. "Sieben Jahre lang war ich im Langlauf unterwegs, bin sogar Landesmeister geworden. Dann hat es mich für acht Jahre als Leistungssportler in den Radsport gezogen", so der 34-Jährige.

Den ersten Weihnachtslauf habe es 2017 mit 38 Teilnehmern gegeben. "Damals noch ohne einen Charity-Gedanken", so Hödlmoser. "Doch schon damals habe wir beachtliche Spenden bekommen und in der Folge ein Charity-Konzept entwickelt."

2018 waren es bereits 90 Teilnehmer, 2019 mit 180 schon doppelt so viele und im Vorjahr bereits 363 Teilnehmer. "Wir konnten Dutzende Unternehmen gewinnen, die pro Teilnehmer einen Euro gespendet haben", sagte Hödlmoser. Im Vorjahr seien es immerhin schon an die 40 gewesen. "Es hat sich einfach eine schöne Eigendynamik entwickelt und wir hoffen, dass sich auch für den heurigen Lauf noch viele Unternehmen beteiligen werden", so der Organisator.

Ursprünglich sei die Idee über den Verein für Sport und Gesellschaft in St. Gilgen entstanden, welcher mittlerweile jährlich die Stand-up-Paddel-Meisterschaften am Wolfgangsee und im Vorjahr die Auftaktveranstaltung der Rad-Bundesliga mit dem Postalm-Sprint veranstaltet hat.

Der Weihnachtslauf findet am 24. Dezember ab 8.30 Uhr auf einer fünf Kilometer langen Strecke vom Ortszentrum in St. Gilgen entlang des Wolfgangsees bis nach Fürberg und dann wieder zurück statt. Das Besondere daran: Es gibt keine Zeitmessung, dabei sein ist alles. Ob im Laufschritt oder doch etwas gemütlicher wie bei einem Spaziergang auch mit einem Hund.

"Nach der Rückkehr beim Rathaus in St. Gilgen werden für die Ermittlung der Spendensumme alle Teilnehmer gezählt und es gibt für alle warme und kalte Getränke sowie selbst gemachte Kekse. Gegen 10 Uhr ist die Veranstaltung dann auch schon wieder vorbei und jeder verabschiedet sich sicherlich mit einem guten Gefühl in die Weihnachtsfeiertage", sagte Rupert Hödlmoser.

Wegen der Coronasituation betonte Hödlmoser: "Es ist nicht möglich, einen Gruppenlauf durchzuführen. Wichtig ist lediglich die Registrierung beim Checkpoint beim Rathaus in St. Gilgen. Damit ergibt sich für die Sponsoren die genaue Zahl der Teilnehmer."

Das Schicksal des 19-jährigen Tobias Oberascher geht auch Rupert Hödlmoser nahe: "Wie der Tobi so zwischen zehn und 14 Jahre alt war, hat sein Vater die jungen Burschen, darunter auch meinen Bruder beim Langlaufen trainiert. So habe ich schon vor Jahren Kontakt mit dem Tobi gehabt. Jetzt hat sich offensichtlich der Kreis wieder etwas geschlossen und wir sind stolz, dass wir mit unserer Aktion und dank vieler Helfer und Unterstützer hier etwas helfen können", so Rupert Hödlmoser.

Aufgerufen am 26.05.2022 um 02:59 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/weihnachtslauf-fuer-jungen-krebspatienten-am-wolfgangsee-113924317

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