Chronik

"Weil's da Herrgott so will"

Der Werfenwenger Herbert Gschwendtner hat einen berührenden Film über das Leben von Pfarrer Bernhard Rohrmoser initiiert.

„Wir sind ein ungewöhnliches aber treues Duo“, meint „Rusty“ Rudi Stumbecker. „Bernhard ist mein bester Freund.“  SN/sw/mayer
„Wir sind ein ungewöhnliches aber treues Duo“, meint „Rusty“ Rudi Stumbecker. „Bernhard ist mein bester Freund.“

Mit einem Gedicht von Pfarrer Bernhard Rohrmoser und einem Gang durch die Wallfahrtsbasilika in Mariapfarr startet der Film von Herbert Gschwendtner und dem Lungauer Filmemacher Thomas Mayer.

Berührend wird aus dem Leben des gebürtigen Hüttschlager Pfarrers erzählt, mit einem Blick weit zurück in seine karge Kindheit, wo er sehr einfach als Sohn eines Holzknechtes aufwuchs.

"Weil´s der Herrgott so will" schenkt Einblick und lässt teilnehmen an den künstlerischen Hobbys des Pfarrers wie Schreiben, Malen oder Schnitzen.

Rohrmoser ist im Film mit seinen langjährigen Freunden Annemarie Moser Pröll, Herbert Gschwendtner oder "Rusty", alias Rudi Stumbecker, unterwegs. Die Freude an der gemeinsamen Zeit wird spürbar vermittelt, ob es auf die Almhütte in Hüttschlag oder zum Fischen ins Weißpriachtal geht.

Rohrmoser erzählt auch etwa wie er auf "die Hunde" gekommen ist, denn er ist Kurat der Bergrettungshundestaffel.

Er steht am Grab von seinem "Seelenverwandten" Joseph Mohr in Wagrain, führt ein stilles Zwiegespräch und tauscht mit ihm seine Gedanken zur Entstehung des Stille Nacht Liedes und das heurige Jubiläum aus.

"Ich kenne Bernhard seit drei Jahrzehnten und es war mir schon lange ein Anliegen, einen Film über und mit ihm zu machen. Das Problem war immer nur die Finanzierung", sagt Herbert Gschwendtner. "Dann habe ich mit unserem gemeinsamen Freund Sepp Gasperlmair geredet und er hat spontan zugesagt. Doch es fehlte immer noch Geld und da ist schließlich noch der Max Steger eingesprungen. Als ich den Bernhard gefragt habe, ob er mittut, da hat er zuerst schon ziemlich herumgeduckt, aber dann gemeint, dass er weiß, dass ich ja keinen Blödsinn mache." Gschwendtner meint nachdrücklich: "Es ist aber kein Gewinn-, sondern ein Freundschaftsprojekt."

"Zuerst habe ich mir schon gedacht 'was soll das werden'", so Pfarrer Bernhard Rohrmoser. Vom Ergebnis ist er aber beeindruckt: "Es ist kein frommer Film von mir als Priester. Es zeigt mein Leben von Kindheit an und ist ein Lebensfilm von mir. Bei der Präsentation war ich sehr gerührt."

Der bekannte Lungauer Elvis-Impersonator "Rusty" Rudi Stumbecker erzählt, "dass Bernhard Rohrmoser ein ganz großer Seelenfreund von Joseph Mohr ist. So wie ich von Elvis Presley."

Zur Szene am Grab von Joseph Mohr meint Rohrmoser: "Jedes Mal, wenn ich nach Hüttschlag fahre, schaue ich dort vorbei. Bei dieser Szene habe ich vollkommen vergessen, dass eine Kamera dabei ist." Mittlerweile hat er seinen Film mehrmals allein angesehen.

"Wir sind ein ungewöhnliches, aber ein treues Duo", so Rusty. "Er ist Pfarrer und ich bin Rock'n'Roller. Ich glaube ganz stark an Jesus Christus. Und Bernhard war der erste, der nicht nur das Evangelium predigte, sondern die Worte von Jesus Christus. Das ist das, was ich suche. Er ist ein wunderbarer Mensch", betont er. Zufrieden zeigt sich Filmemacher Thomas Mayer: "Bei einer dokumentarischen Biografie braucht es spontane Übergänge. Wir haben auch filmische Elemente eingebaut. Es war ein Dreh wie mit Freunden. Da geht vieles leichter. Es ist ein emotionaler Kurzfilm entstanden, der auch mich rührte und in der Produktion überraschte."
Die DVD "Weil's da Herrgott so will" ist in der Buchhandlung Haidenthaler in St. Johann erhältlich.

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