Chronik

Weißbach: 42-jähriger Snowboarder verunglückte bei Sturz in Doline tödlich

Bei dem Verunglückten handelt es sich um Martin Gimpl, den Bruder des Filmers und früheren Weltklasse-Snowboarders Stefan Gimpl.

Zu einem tragischen Einsatz musste am Mittwoch die Bergrettung Lofer ausrücken. Ein vermisster Snowboarder konnte am Abend nur mehr tot aus einer Doline in den Leoganger Steinbergen geborgen werden. Das Opfer ist der Leoganger Martin Gimpl (42). Der ältere Bruder des Filmemachers und ehemaligen Weltklasse-Snowboarders Stefan Gimpl hat früher selbst an Wettbewerben teilgenommen und viel mit seinem Bruder trainiert. Später studierte er Sportwissenschaften. Er war Trainer im Freestyle-Zweig des Sportgymnasiums Saalfelden, der 2010 dank seiner Initiative eingeführt wurde.

Gimpl war auf einer Standardabfahrt unterwegs, die in jedem Winter von zahlreichen Tourengehern genützt wird. Er ist von Leogang aus auf dem Normalweg, der schon weit hinauf schneefrei ist, zur Passauerhütte (2051 m) und dann weiter zum in unmittelbarer Nähe liegenden Hochzint (2243 m) aufgestiegen. Von dort wollte er auf der Schattseite über die Hochgrub nach Weißbach abfahren. Sein Bruder wollte ihn dort abholen, wartete aber vergeblich. Weil er auch am Mobiltelefon nicht erreichbar war, stieg er ihm entgegen und suchte nach ihm. Gegen 17 Uhr alarmierte der Bruder die Einsatzkräfte.

Martin Leitinger, Einsatzleiter der Bergrettung Lofer, flog mit der Polizei das Gebiet im Hubschrauber ab. "Es hat eine Stunde gedauert, bis wir die Spur im harten Schnee entdeckt haben. Erst als die Sonne tief stand, konnten wir sie erkennen." Sie führte in eine der Dolinen in der Hochgrub. Der Notarzt des Rettungshubschraubers Alpin Heli 6 wurde zu dem Verunglückten in rund 30 Metern Tiefe abgelassen, konnte aber nur mehr seinen Tod feststellen. Acht Bergretter aus Lofer bargen die Leiche mit einem Seil-Flaschenzug aus der nur rund 200 Meter von der Passauerhütte entfernten Doline.

Möglicherweise ist Gimpl zum Verhängnis geworden, dass er nicht auf dem selben Weg aufgestiegen wie abgefahren ist. "Die Doline war komplett offen", sagt Bergretter Leitinger. Also nicht unter einer dünnen Schneedecke verborgen. Weil sie hinter eine kleinen Kuppe liege, sei sie von oben aber erst sehr spät zu sehen. Ein Knick in der Abfahrtsspur lasse darauf schließen, dass der Snowboarder im letzten Moment noch versucht hatte, der Doline auszuweichen.

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