Chronik

Wenn das Tier die Urlaubsplanung ruiniert

Jedes Jahr in der Ferienzeit zeichnet sich dasselbe Bild ab: Die Zahl der ausgesetzten und abgegebenen Haustiere steigt. Heuer ist da keine Ausnahme. Das Resultat: überfüllte Tierheime und fassungslose Tierfreunde.

Aktuell ist das Tierheim Theo im Ortsteil Bayerham in Seekirchen das Übergangszuhause von 37 Katzen. Die meisten davon sind erst wenige Wochen alt. "Wir haben in diesem Jahr noch mehr Jungkatzen im Theo als in den vergangenen Jahren. Die Kastrationspflicht hat leider keine spürbare Verbesserung gebracht", sagt Tierpfleger Stefan Diehl. Der Neumarkter arbeitet seit drei Jahren im Tierschutzverein Theo und hat dabei schon einiges erlebt. "Jedes Jahr im Sommer ist die Zahl der Kätzchen sehr hoch. Ich denke aber nicht, dass das unbedingt an der Urlaubszeit liegt, Jungkätzchen haben jetzt einfach Saison." Viele der Katzen und auch der Klein- und Wildtiere im Theo sind Fundtiere. "Viele Leute sagen, sie hätten bei ihnen zu Hause eine Katze mit Nachwuchs gefunden. Ob die Tiere ausgesetzt oder einfach zugelaufen sind, ist dann oftmals nicht mehr nachweisbar", sagt Helferin Sabine Schattauer.

Das Tierheim Theo beheimatet derzeit aus Platzgründen keine Hunde. Vermittelt werden sie aber dennoch.

Hundebeauftragte Viktoria Rehrl: "Ich habe bisher noch von keinem Fall eines ausgesetzten Hundes gehört. Was aber extrem zunimmt, sind Menschen, die bei mir anrufen und sagen, ihr Hund müsse sofort weg. Viele kommen dann mit fadenscheinigen Ausreden daher oder behaupten sogar, der Hund wäre aggressiv. Bei meinem Besuch stellt sich dann aber jedes Mal sehr schnell heraus, dass die Besitzer auf Urlaub fahren wollen und das Tier nicht mehr brauchen können. Wir hatten allein in den vergangenen 14 Tagen zehn solcher Benachrichtigungen." "Oft habe ich so einen Zorn auf die Leute. Zuerst muss unbedingt ein Familienhund her, und wenn er dann anstrengend oder lästig wird, geben sie ihn einfach her oder setzen ihn im schlimmsten Fall einfach aus. Und jedes Mal ist es dasselbe, es ist nie die Schuld des Hundes, sondern immer des Halters", so Tierfreundin Rehrl weiter. Auch im Tierheim Salzburg zeigt sich das Ausmaß der Urlaubszeit. Der Geschäftsführer des Tierschutzvereins Salzburg, Gerda Ziesel: "Wenn ein Fundtier bei uns abgegeben wird und es keine Nachfragen des ehemaligen Besitzers gibt, dann ist es auch ausgesetzt worden. Derzeit beheimatet das Tierheim Salzburg 80 Tiere. Die Zahl der abgegebenen beziehungsweise ausgesetzten Tiere ist jedes Jahr unverändert hoch."

"Allein in den Monaten Juni und Juli bekamen wir 30 ausgesetzte Tiere. Und der Sommer ist noch lange nicht vorbei. Den Großteil unseren Tiere machen junge Kätzchen aus. Oft sind die Tiere in einem sehr schlechten Zustand. Bei der Hitze und Fressfeinden wie Krähen schutzlos ausgeliefert, schafft es nicht jedes von ihnen rechtzeitig zu uns", sagt Ziesel.  

Aufgerufen am 11.12.2018 um 11:53 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/wenn-das-tier-die-urlaubsplanung-ruiniert-38530042

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