Chronik

Wenn der Speck per Drohne geflogen kommt

An Weltideen aus dem Lungau wurde beim ersten "Creators Camp" in der Goldader in Tamsweg gefeilt. Kreativität und Erfindergeist kamen bei den knapp 20 Projektteams so richtig zur Geltung.

In der Goldader in Tamsweg wurde zwei Tage intensiv und erfolgreich an Ideen gefeilt. Bild: KWER SN/sw
In der Goldader in Tamsweg wurde zwei Tage intensiv und erfolgreich an Ideen gefeilt. Bild: KWER

Alexander Planitzer, Angestellter und Student aus Tamsweg, war einer der 100 Teilnehmer beim ersten "Creators Camp" im Rahmen des Biosphere Lab Lungau. Eine vage Idee hatte er bereits im Gepäck: "Mir schwebte etwas mit Onlinevermarktung in Richtung Landwirtschaft vor. Die tatsächliche Idee ist dann vor Ort im Team entstanden. Wir haben uns Herausforderungen für den Lungau überlegt. Im Brainstorming habe ich ,Stau als Chance' auf ein Post-it geschrieben." Danach kam dem Team Jamination eine Idee nach der anderen."

Worum geht es im Detail? "Mehrere Hunderttausend Menschen fahren jedes Jahr durch den Lungau. Wir wollen jetzt eine Plattform schaffen, wo Durchreisende beispielsweise im Stau Informationen über die Region erhalten. Den Hinweis sollen Autofahrer per Hinweistafeln oder via Drohnen mit WLAN erhalten. Natürlich haben wir unseren Ideen freien Lauf gelassen. Wer weiß, vielleicht kommen irgendwann Speck, Buttermilch und Brot per Drohne zu den Autos."

Mit dieser Idee setzte er sich gemeinsam mit Martin Macheiner (Tamsweg, Angestellter IT), Peter Scheuerer (Tamsweg, Physiotherapeut), Nadine Premm (Unternberg, Fotografin) und Verena Pfeifenberger (St. Michael, HAK-Schülerin) unter knapp 20 Teams durch. Wie lautet sein Fazit zur Veranstaltung? "Von mir gibt es 100 von 100 Punkten. Alle waren sehr motiviert. Dadurch bin ich in ein neues Denken gekommen. Ich habe sehr viele interessante Menschen aus der Region kennengelernt", sagt der 26-Jährige.

Am ersten Tag wurden die Teilnehmer am Vormittag sensibilisiert. "Es ging um die Öffnung der Kreativität", sagt Organisator Andreas Spechtler. Gemeinsam mit zwei Professoren von der Fachhochschule Salzburg und rund zehn Helfern stellte er das "Creators Camp" auf die Beine. "Dieses Modell ist auf der ganzen Welt einzigartig. Es ist ein Mix aus modernsten Projekt-Methoden."

Am Nachmittag wurden die Ideen in den Bereichen Nachhaltiges Wirtschaften, Mobilität, Entschleunigung, Handwerk & Landwirtschaft, Lebens- & Freizeitgestaltung sowie Bildung erarbeitet. Nach der Aufbereitung folgte am zweiten Tag die Projektpräsentation. Petra Meyer, FH Salzburg: ",Design Thinking' ist eine speziell Art, Themenstellungen zu behandeln, und liefert Methoden, gemeinsam und nutzerorientiert erfolgreiche Lösungen zu erarbeiten."

Das Siegerteam wird jetzt drei Monate lang von Andreas Spechtler und seiner Firma "Silicon Castles" intensiv begleitet. "Die Geschäftsidee wird so weit ausgefeilt, dass ein Kapitalgeber investieren kann. Endziel ist ein Investor aus dem Lungau. Aber es kann auch jeder aus der ganzen Welt sich finanziell an der Geschäftsidee beteiligen. Unser Job ist es, Analysen zu erstellen, damit ein Projekt den richtigen Markt findet. Dabei kann man allein viel Zeit und Geld verlieren", sagt Spechtler. Was braucht es für den Durchbruch? "Man muss immer offen sein für Kritik und für Andersdenkende, ansonsten macht man Fehler. Es braucht immer den nötigen Weitblick."

Für die Plätze zwei bis fünf gibt es ebenfalls Coachings, damit sie am Projekt dranbleiben.

Das Projekt "Biosphere Lab Lungau" für regionale Weiterentwicklung wurde vom Regionalverband Lungau in Partnerschaft mit der Wirtschaftskammer Lungau, der Raiffeisenbank Lungau und mit der Firma Silicon Castles initiiert. Sie ermöglichten eine kostenlose Teilnahme.

Zum nächsten "Creators Camp" wird aufgrund der großen Nachfrage am 27. und 28. September geladen. Alle Informationen gibt es im Internet unter
www.biospherelab.net

Aufgerufen am 20.10.2019 um 07:49 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/wenn-der-speck-per-drohne-geflogen-kommt-71707384

Neues Mobilitätszeitalter E-Autos für jedermann

Neues Mobilitätszeitalter E-Autos für jedermann

Gemeinden "leasen" E-Autos für 700 Euro (monatlich) von der Firma Flo-Mobil der Wörgler Stadtwerke. In dem Preis sind alle Kosten (Versicherung, Wartung und Hotline-Service bei Problemen) integriert. Die …

Neues Gemeindezentrum in Lessach eröffnet

Neues Gemeindezentrum in Lessach eröffnet

Grund zu feiern gab es am Samstag im Lungau und zwar in Lessach: Nach zwölfmonatiger Bauzeit wurde das neue Gemeindezentrum inklusive Multifunktionshalle feierlich eröffnet. "Der Salzburger Landesregierung …

Schlagzeilen