Chronik

Wie billig darf das Fleisch in Supermärkten sein?

Ein WWF-Analyse von Rabattaktionen in heimischen Supermärkten zeigt: Fleisch wird oft weit unter seinem Wert verkauft.

Symbolbild.  SN/APA (dpa/gms/Oliver Berg)/Oliver
Symbolbild.

Für die Umweltschutzorganisation WWF ist diese Rabattierung von Fleischprodukten Teil eines fatalen Kreislaufs, der nicht nicht auf Kosten der Umwelt gehe, sondern auch die Landwirte stark belaste. "Marktschreierische Rabatte fördern den massenhaften Absatz von Billigfleisch, das oft unter schlechten ökologischen Bedingungen zu Lasten des Tierwohls hergestellt wird. Preisdumping ist gerade bei wertvollen Lebensmitteln mit einem sehr hohen Produktionsaufwand der falsche Weg", sagt Helene Glatter-Götz vom WWF.

Salzburgs Landwirte seien davon jedoch nur in geringerem Ausmaß betroffen, heißt es seitens der Landwirtschaftskammer. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern gebe es in Salzburg kaum Schweinemastbetriebe und Hühnerfleisch-Zuchtbetriebe. Zu schaffen mache den Landwirten jedoch die "Rabattis" rund um den Milchpreis. Hier gebe es großes Probleme.

Der WWF fordert von Handel und Politik eine verbindliche Regelung, um den Verkauf von Billig-Fleisch einzudämmen. "Ein Verzicht auf schädliche Rabatte würde den Druck auf die Landwirtschaft verringern und angemessene Erzeugerpreise fördern. Wenn Fleisch nicht mehr zu Fantasiepreisen verschleudert wird und unsere Bauern dafür einen fairen Preis bekommen, erhalten auch alle Konsumenten besseres Fleisch", sagt Götz.

Fleisch ist billiger als Schokolade

Vier Wochen hat der WWF Österreich Rabattaktionen von Supermarkt-Ketten gesammelt und analysiert. Einzelne Produkte, wie etwa Schweinsschnitzel oder gemischtes Faschiertes, sind fast dauerhaft stark rabattiert. Preisnachlässe um bis zu minus 50 Prozent sind keine Seltenheit. "Ein ganzes Huhn um 2 Euro, ein Kilo Schweinefleisch um weniger als 5 Euro oder ein Kilo Spareribs um weniger als 4 Euro - ein umwelt- und tierfreundlicher Betrieb ist mit derart niedrigen Preisen nicht aufrechtzuerhalten. Der Vergleich zeigt: Wir geben oft für Junk-Food mehr aus als für Frischfleisch. Die Wertigkeit von Fleischprodukten wird so völlig verzerrt", sagt Glatter-Götz.

Quelle: SN

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