Chronik

Wie Chirurgen im aufblasbaren Zelt operieren: Ärzte ohne Grenzen zeigen ihre Arbeit

140 Österreicher sind pro Jahr für Ärzte ohne Grenzen im Einsatz. Eine davon ist Monika Gattinger-Holböck. Sie verschenkt etwa Teddybären.

Eigentlich könnte die 65-jährige Salzburger Psychologin ihre Pension genießen. Doch Monika Gattinger-Holböck fliegt seit drei Jahren immer wieder in Krisengebiete. Vor kurzem ist sie gerade aus einem Einsatz im Irak zurückgekehrt. 25 Kilometer südlich von Mossul hat sie in einem Traumaspital für Ärzte ohne Grenzen Patienten behandelt. Viele davon waren Kinder. "Einer hat gesehen, wie sein Vater verbrannt ist."

Von 4. bis 15. Oktober geben Ärzte ohne Grenzen am Mozartplatz in der Stadt Salzburg Einblick in ihre Arbeit. In einem aufblasbaren Zelt wird gezeigt, wie die Chirurgen in den Krisengebieten operieren. Manchmal fällt vor Ort der Strom aus. "Das Arbeiten im Feld verlangt den Ärzten einiges ab", sagt Präsidentin Margaretha Maleh. "Doch es ist unglaublich, was die Chirurgen schaffen." In einem anderen Zelt erklärt ein Video, wie Cholera eingedämmt wird. Ein paar Meter weiter hängen Bilder einer Impfaktion. Teil der Ausstellung ist auch der psychosoziale Bereich von Gattinger-Holböck, in dem Zeichnungen zu sehen sind.

Manche Patienten der Psychologin bleiben zwei bis drei Wochen, etwa wenn sie Brandverletzungen haben. Manche verlassen das Traumaspital bald wieder. "Ein bis zwei Gespräche sind oft schon hilfreich", sagt die 65-Jährige. Eltern gebe sie etwa Tipps, wie sie mit den Albträumen ihrer Kinder umgehen sollen. Mit den Kindern selbst malt sie, oder singt. "Ich schenke ihnen manchmal auch einen Teddybären, dem sie ihre Gedanken anvertrauen können. Reden ist wichtig - und hilft."

Aufgerufen am 26.08.2019 um 11:20 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/wie-chirurgen-im-aufblasbaren-zelt-operieren-aerzte-ohne-grenzen-zeigen-ihre-arbeit-18895732

Schlagzeilen