Chronik

Wie Salzburg den Stau zur Festspielzeit in den Griff kriegen will

Die "Ureinwohner" kennen das leidige Spiel: Die Mozartstadt wird im Sommer von Touristen und Festspielgästen gestürmt. Vor allem bei Schlechtwetter kollabiert der Verkehr regelmäßig. Helfen sollen spezielle Ampeln und Gratisparken.

Symbolbild. SN/robert ratzer
Symbolbild.

Zur Festspielzeit im Juli und August in der Stadt Salzburg sollen auch heuer wieder "Dosierampeln" vor allem bei Regen, wenn viele Tagestouristen ins Zentrum strömen, einen Verkehrsstau verhindern. Ein kostenloser Park & Ride Platz beim Messezentrum, elektronische Hinweistafeln an den Zufahrtsrouten und ein Kombi-Gruppentarif um 15 Euro fürs Parken und Öffi-Fahren zählen zu weiteren Maßnahmen.

Je nach Auslastung der Mönchsberggarage übernehmen bis zu 13 Verkehrsampeln an den Einfahrtsstraßen die Rolle eines Pförtners. Sie lassen nur so viele Autos einfahren, wie die Stadt verträgt, informierte am Freitag die Stadt Salzburg. Verstärkt werde zudem die Zusammenarbeit mit den Radio-Verkehrsnachrichten in Österreich und Bayern und auch mit Blaulicht-Organisationen, hieß es.

Planungsstadtrat Johann Padutsch von der Bürgerliste (die Grünen in der Stadt Salzburg, Anm.) hob die Möglichkeit des Gratis-Parkens auf den rund 3000 Stellplätzen beim Messezentrum hervor, die auf eine Initiative des Geschäftsführers von Tourismus Salzburg, Bert Brugger, beruhe. Für die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt gebe es ein sehr günstiges Ticket. "Es kostet hin und retour nur drei Euro bzw. 1,80 Euro für Kinder", erklärte Padutsch. Die Obus-Linie 8 fährt von der Messe in rund 15 Minuten in die Altstadt.

Andere Park & Ride Plätze wie beim Airport und Outletcenter sowie der P & R Süd sind zwar nicht gratis, es wird aber wie in den Jahren zuvor ein Tagesticket um 15 Euro fürs Parken und Öffi-Fahren für eine Gruppe von bis zu fünf Personen im Juli und August angeboten.

Die sogenannten "Pförtner"-Ampeln wurden erstmals im Sommer 2016 eingesetzt, als Alternative zur früheren, allerdings umstrittenen "Schlechtwetter-Sperre" für Touristen, die mit ihren Autos in die Stadt Salzburg fahren wollen. Die digital-vernetzte Verkehrssteuerung soll jetzt dafür sorgen, dass der Alltags- und Wirtschaftsverkehr auch zur Festspielzeit funktioniert. Die Signalanlagen reagierten mittels Detektoren automatisch, wenn der Verkehrsfluss in die Stadt zu hoch wird. Damit soll der Verkehr im Innenstadtbereich relativ flüssig bleiben. Die alljährliche Stau-Problematik bei Schlechtwetter im Sommer konnten jedoch auch die intelligenten "Pförtner"-Ampeln bisher nicht gänzlich entschärfen.

Quelle: SN, Apa

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