Chronik

Wie schläft Österreich?

Frauen leiden häufiger unter Schlafproblemen als Männer, ergibt eine Studie der Schlafforscher der Universität Salzburg. Pünktlich zum Weltschlaftag am Freitag wurden neue Ergebnisse präsentiert. Ob die Zeitumstellung eine Rolle spielt?

 SN/www.bilderbox.com

Vor einem Jahr, am Weltschlaftag 2018, hat das Salzburger Forscherteam um Manuel Schabus und Kerstin Hödlmoser vom Labor für Schlaf- und Bewusstseinsforschung die Studie "Wie schläft Österreich?" gestartet. Eintausend Personen zwischen 18 und 90 Jahren wurden in einer Online-Erhebung zu Schlafgewohnheiten, Schlafproblemen, Zeitumstellung und digitalen Medien befragt. "Am meisten hat mich überrascht, wie viele Menschen aus der Allgemeinbevölkerung und vor allem aus dem universitärem Bereich, aus dem 45 Prozent unserer Befragten stammen, sich als belastet oder schlafgestört fühlen. Ein Drittel der Teilnehmer gab an, schlecht zu schlafen (ziemlich schlecht: 28,1 Prozent; sehr schlecht: 2,9 Prozent) "Beunruhigend ist für mich die Tatsache, dass als Grund für den schlechten Schlaf meist Stress bei der Arbeit genannt wird". 20 Prozent der Männer haben durch schlechten Schlaf sogar schon einen Unfall oder Beinahe-Unfall erlebt. Bei den Frauen sind es nur rund 12 Prozent.

Warum das Smartphone dem Schlaf besonders schadet

Schlecht schaut es für Frauen mit dem Schlaf besonders im Alter aus. Mit den Jahren steigen ihre Schlafprobleme auf mehr als das Doppelte an: Von 34 Prozent bei Unter-Dreißigjährigen auf 72 Prozent bei Über-Sechzigjährigen (Bei Männern von 31 Prozent auf 45 Prozent) Noch ein Detail: Während jeder zehnte Mann über 60 sehr gut schläft, trifft das nur auf jede zwanzigste Frau zu. "Frauen sind mit zunehmendem Alter subjektiv belasteter", erklärt Schabus.

Interessant ist bei der aktuellen Diskussion um die Abschaffung der jährlichen Zeitumstellung, dass bei der Salzburger Befragung 87 Prozent angeben durch das Vor- und Nachstellen der Uhr nicht oder nur leicht zu leiden.

Die Forscher haben auch die Smartphone-Nutzung vor dem Schlafengehen abgefragt. Fast die Hälfte gibt an, das Handy weniger als 10 Minuten vor dem Licht-Ausschalten noch zu verwenden und sich so - ungewollt - um das ungestörte Einschlafen zu bringen "Die starken Blauanteile des Lichts, mit dem die Leuchtdioden diese Geräte beleuchten, sind wahre Schlafräuber. Blaulicht signalisiert der inneren Uhr, dass es Tag ist. Es unterdrückt das Hormon Melatonin, das den Körper zur Ruhe kommen lässt", sagen Hödlmoser und Schabus. Allerdings verwenden junge Männer, die das Handy besonders oft mit ins Bett nehmen, als Gegenmaßnahme sehr oft Blaulichtfilter (90 Prozent der Männer unter 29; 41 Prozent der Frauen unter 29).

Zum Weltschlaftag 2019 ruft das Team neue, und vor allem nicht-akademische Benutzer zur Teilnahme auf www.sleeplounge.net auf und bietet als "Belohnung" eine individuelle Auswertung der Daten, die innerhalb einer Woche online sichtbar werden.

Quelle: SN

Aufgerufen am 20.03.2019 um 10:45 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/wie-schlaeft-oesterreich-67290265

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