Chronik

Wie viel Almer Verkehr verträgt das Zentrum?

Über 600 neue Betten allein diesen Winter - und es könnte in der Region Hochkönig in dieser Tonart weitergehen. Das sorgt in Saalfelden für Diskussionsstoff.

Das Nadelöhr inmitten von Saalfelden – auf der B 164 in Richtung Maria Alm. sw/rachersberger
Das Nadelöhr inmitten von Saalfelden – auf der B 164 in Richtung Maria Alm.

"Unser Nachbar Maria Alm explodiert momentan mit Betten. Was ist gedacht, wie bringen wir den Verkehr durch Saalfelden?" Ernst Moreau meldete sich kürzlich bei der Bürgerversammlung mit bedenklicher Miene zu Wort.

Stadtrat Peter Gruber (SPÖ), auch im Bau- und Raumordnungsausschuss, antwortete: "Wir haben schon vor einigen Jahren die Landesregierung darauf hingewiesen, wie sie sich das vorstellt, denn uns ist damals zu Ohren gekommen, dass die Region Dienten, Mühlbach/Hkg., Maria Alm bis zu 5000 zusätzliche Gästebetten genehmigt bekommen könnte." Er gehe davon aus, dass 70 bis 80 Prozent der Gäste durch Saalfelden fahren - "und die B 164 ist bekannterweise eine Straße des Landes. Wir reden hier ja nicht von einer Kleinigkeit und hoffen, dass die Bedenken künftig ernst genommen werden." Im Februar 2016, als es um den Baustart der Apartmenthäuser am Almer Ortsanfang langsam konkret wurde, sagte Saalfeldens Bürgermeister Erich Rohrmoser (SPÖ) zu den PN: "Alles wird ausgebaut, nur gibt es keine Ideen, wie man den zunehmenden Verkehr im Saalfeldener Zentrum eindämmen könnte. Jede Infrastrukturentwicklung in den Nachbargemeinden, speziell in Richtung Maria Alm-Hinterthal, belastet uns zusätzlich."

Wobei er im Zwiespalt ist und die Entwicklung in umliegenden Gemeinden ganz und gar nicht schlechtreden will. "Ich werde nie aggressiv gegen Maria Alm auftreten, wir arbeiten sehr gut zusammen. Von mehr Gästen im Nachbarort kann ja auch unsere Innenstadt profitieren." Was er sich aber seitens des Landes wünscht: "Dass die zusätzliche Verkehrsbelastung für Saalfelden in zukünftigen Plänen intensiv mitbedacht wird."

Ein Nadelöhr ist die Stelle beim Huthaus Herzog, für das bereits Pläne zur Neugestaltung kursieren. Vier Mal wurde das Projekt beim Gestaltungsbeirat vorgestellt, zuletzt im Februar dieses Jahres. Rohrmoser: "Wenn dort umgebaut wird, sollte eine Verbreiterung der Straße möglich sein." Eine große Lösung mit einer Umfahrung oder Untertunnelung sei äußerst unrealistisch. Ansetzen müsse man unter anderem beim Mobilitätsverhalten, auch bei jenem der Einheimischen. Außerdem könne man über Reisesonderzüge nachdenken. "Ist man einmal im Skigebiet, ist ohnehin meist kein Auto mehr nötig."

Biberg-Kreuzung: Gemeinde bekommt Studie präsentiert

Auch ein anderes Ende von Saalfelden wird seit vielen Jahren kritisch beäugt: die Biberg-Kreuzung bei der Abbiegung Haid. Anrainer forderten bereits mit Nachdruck, dass etwas geschehen müsse, das Abbiegen auf die Bundesstraße sei zu gefährlich. Nun könnte Bewegung in die Sache kommen. Rohrmoser: "Uns wird demnächst seitens des Landes eine Studie zu diesem Bereich vorgestellt." Die Planung könnte in Richtung eines "Weißwurst-Kreisverkehrs" gehen und auch die Kreuzung beim Autohaus Hotter miteinbeziehen.

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