Chronik

Wieder schwere Gewitter: 216 Feuerwehrleute im Unwettereinsatz

Am Samstagabend zog eine Gewitterfront von Zell am See bis Bischofshofen. Die B164 wurde gesperrt. Ein Feuerwehrmann wurde bei einem Einsatz in Saalfelden schwer verletzt.

14 Feuerwehren, 216 Einsatzkräfte, 39 Einsätze. Das ist laut Landesfeuerwehrkommando Salzburg die vorläufige Bilanz nach den Gewittern, die in der Nacht von Samstag auf Sonntag über das Land zogen. Alle Einsätze konnten laut Landesfeuerwehrkommando noch in der Nacht beendet werden.

In Zell am See, Dienten, Schwarzach, St. Veit, St. Johann, Bischofshofen und Mühlbach machte der starke Regen und Sturm das Eingreifen der Feuerwehren notwendig, meldete der Landesfeuerwehrverband. Wieder mussten umgestürzte Bäume entfernt, Keller ausgepumpt, überflutete Straßen frei gemacht und Murenabgänge beseitigt werden. Am häufigsten mussten die Einsatzkräfte wegen überfluteter Keller ausrücken.

B164 nach Murenabgang gesperrt

Zwischen Mühlbach und Bischofshofen mussten Fahrzeuge geborgen werden, die von Muren eingeschlossen waren. Die B164 wurde am Samstagabend zwischen Mühlbach und Bischofshofen komplett gesperrt. Die Aufräumarbeiten sind noch im Gange. Zunächst waren beide Feuerwehren im Einsatz, um die Straße zu sperren. Die Aufräumarbeiten erledigte die Straßenmeisterei Schwarzach zusammen mit einer privaten Firma. "Wir sind mit zwei Baggern, einem Waschwagen und zwei Radladern im Einsatz", schilderte Hubert Gschwandtner von der Straßenmeisterei. "Die Straße ist an fünf Stellen vermurt, dort liegen zwischen 15 und 120 Kubikmeter Schlamm. An einer Stelle ist der Schlamm links von der Leitschiene 1,5 Meter hoch." Die Straße werde in rund einer Stunde wieder frei sein, hieß es gegen 22.15 Uhr in der Feuerwehrleitzentrale.

In Zell am See rückten die Helfer zu fünf Einsatzorten aus, Keller mussten ausgepumpt und Straßen von umgestürzten Bäumen befreit werden. Auf der Straße zwischen Dienten und Lend ging eine kleine Mure ab, die Straße ist inzwischen wieder frei.

In Bischofshofen beim Autobahnzubringer zur A10 musste die Straße aufgrund mehrerer Bäume, die in die Fahrbahn zu stürzen drohten, für längere Zeit gesperrt werden.

In Saalfelden wurde im Ortsteil Letting ein Feuerwehrmann bei einem Einsatz durch einen umstürzenden Baum schwer verletzt und musste vom Notarzt versorgt und ins Krankenhaus gebracht werden. Der 28-Jährige hatte mit einer Kettensäge einen bereits gesicherten Baum umgeschnitten, als sich unerwartet ein zweiter Baum löste und den Mann beim Herabstürzen an der Wirbelsäule traf und in weiterer Folge zwischen den beiden Bäumen einklemmte. Die Kameraden des Mannes eilten ihm sofort zu Hilfe und verständigten das Rote Kreuz. Der Mann wurde mit schweren Verletzungen am Brustkorb sowie an der Wirbelsäule unter notärztlicher Begleitung ins Krankenhaus Zell am See gebracht.

Kurz nach 22 Uhr zogen auch über den Flachgau und den Tennengau heftige Gewitter. Die Feuerwehr wurde zu Einsätzen in Hallein und Adnet sowie in St. Gilgen und Wals gerufen.

Der Samstag verlief zunächst weitgehend sonnig, bevor sich am Nachmittag in den Gebirgsgauen erste Regenschauer und Gewitter bildeten. Die Unwetter können im Laufe der Nacht auch den Norden von Salzburg treffen. Dabei können Sturmböen und punktueller Starkregen auftreten. Auch Hagel ist möglich. Schwere Hagelgewitter zogen in den späten Nachmittagsstunden bereits über Tirol und Vorarlberg.

Die aktuellen Gewitter sowie die damit verbundenen Warnungen lassen sich hier ablesen.

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