Chronik

Wilfried Haslauer: "Wir waren echte Lausbuben"

Wer hätte das gedacht! Salzburgs Landeshauptmann als Schulbub, der mit allen Wassern gewaschen ist. Ein Treffen im Akademischen Gymnasium mit Überraschungen.

Wilfried Haslauer: "Wir waren echte Lausbuben" SN/susanna berger
Schülerin Valerie Kainberger und Absolvent Wilfried Haslauer.


Wilfried Haslauer dürfte das eine oder andere Déjà-vu gehabt haben, als er sich für die SN-Serie zum Thema "Schulwahl" in seiner alten Schule, dem Akademischen Gymnasium in Salzburg, einfand. 40 Jahre ist es her, dass Salzburgs Landeshauptmann dort maturierte. Damals war die Schule noch auf dem Universitätsplatz in den Räumlichkeiten der heutigen Theologischen Fakultät der Universität Salzburg untergebracht.

Auch wenn man es kaum glauben will, Salzburgs politisches Oberhaupt war alles andere als ein Musterschüler. Die Betragensnote war nach eigenen Aussagen nicht immer ein "Sehr gut" und Nachsitzen im Karzer kannte Wilfried Haslauer besser, als ihm lieb war.Den Lehrern Streiche gespielt"Wir waren echte Lausbuben und haben den Lehrern noch richtige Streiche gespielt." Doch die seien sehr humorvoll gewesen und hätten sich nie direkt gegen eine Person gerichtet, erinnert er sich und erzählt davon, wie er und Klassenkameraden das Auto eines Lehrers mit Büchern aus dem Bücherbunker zugemauert haben. Einmal wurde auch Haslauer Opfer eines Streichs. Ausgerechnet am ersten Schultag hätten ihn ältere Mitschüler in einen Kamin gesperrt. "Ich bin völlig dreckig zur ersten Stunde gekommen. Der Lehrer meinte nur: ,Das fängt ja gut an.‘" Er könne sich auch noch gut an die Geschichte mit der Ente erinnern. Dem legendären Auto wohlgemerkt, das einem Lehrer gehörte. "Das haben Kollegen bis in den zweiten Stock getragen. Damit hatte ich aber nichts zu tun."Familie Haslauer und das Akademische GymnasiumDas Akademische Gymnasium hat in der Familie Haslauer Tradition. Auch Haslauers Onkel, Bruder sowie Vater Wilfried Haslauer sen. besuchten die Schule, die damals noch eine reine Bubenschule war.

Das ist sie heute nicht mehr. Rund die Hälfte der 590 Schüler sind jetzt Mädchen. Eine von ihnen ist die Salzburgerin Valerie Kainberger. Sie maturiert im kommenden Jahr am Europagymnasium, einem von zwei Zweigen am Akademischen Gymnasium. Schwerpunkt dieses Zweigs sind die Fremdsprachen. Englisch, Latein, Spanisch und Französisch oder Altgriechisch stehen in den acht Schulstufen auf dem Stundenplan. Englisch ist zudem Unterrichtssprache in Fächern wie Chemie, Geografie, Geschichte und Psychologie.

Was den großen Vorteil hat, dass für die Schüler nach der Matura ein Studium im Ausland kein Problem darstellt. Valerie Kainberger plant ein Wirtschafts- oder Politikstudium in England. "Ich fände es toll, irgendwann einmal für eine Organisation wie die UNO arbeiten zu können."Haslauers Noten waren mittelmäßigWilfried Haslauer hat das Akademische Gymnasium als eine Schule in Erinnerung, in der das Allgemeinwissen großgeschrieben wurde. Seine Noten seien damals mittelmäßig gewesen. "Ich war bei Weitem kein Vorzugsschüler." Heute bereut er hin und wieder, dass er damals im Unterricht nicht besser aufgepasst hat. Egal ob bei lateinischen Vokabeln oder den Naturwissenschaften. "Ich bin ein Menschen mit einem sehr breit gefächerten Interesse. Aus der Schulzeit hätte ich sicherlich noch mehr mitnehmen können."

Quelle: SN

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