Chronik

Wintereinbruch am Wochenende: Sogar in der Stadt Salzburg ist Schneefall möglich

Der Schein trügt, was das Wetter betrifft: Am Donnerstag, steigen zwar im Land Salzburg die Temperaturen bei Sonnenschein noch auf bis zu 20 Grad. In der Nacht auf Freitag ändert sich das Wetter aber markant. Am Sonntag ist dann Schneefall bis auf 400 Meter zu erwarten.

Erst am vergangenen Sonntag gab es am Katschberg beträchtlichen Neuschnee. Am kommenden Wochenende ist ein weiterer Wintereinbruch zu erwarten – diesmal soll es sogar bis auf 400 Meter herab schneien.  SN/franz neumayr
Erst am vergangenen Sonntag gab es am Katschberg beträchtlichen Neuschnee. Am kommenden Wochenende ist ein weiterer Wintereinbruch zu erwarten – diesmal soll es sogar bis auf 400 Meter herab schneien.

Laut Bernhard Niedermoser, dem Leiter der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) für Salzburg, "erreichen uns vom Atlantik her zwei Kaltfronten. Durch die dann ab Samstagnacht zusätzlich einströmende polare Kaltluft ist es sogar gut möglich, dass es am Sonntagfrüh in der Stadt Salzburg schneit".

Die erste Front, so der Wetterexperte, bringt für den Freitag erste verbreitete Regenschauer, die Schneefallgrenze liegt bei rund 1600 Meter, die Temperaturen erreichen aus derzeitiger Sicht nur noch zehn bis maximal 14 Grad. Am Samstag bleibt es regnerisch, die Temperaturen kommen über fünf bis höchstens zehn Grad nicht hinaus.

Die zweite Atlantikfront, sie kommt in der Nacht auf Sonntag, bringt dann sogar bis in die Tallagen den Winter zurück, erklärt Niedermoser: "Es bleibt mit maximal einem bis sechs Grad den ganzen Tag über ausgesprochen kühl, ja kalt. In allen Gebirgsgauen - vom Lungau bis in den Tennengau - schneit es. In den Orten im Tal können bis zu 15 Zentimeter Schnee zusammenkommen. Auf den Bergen der Hohen Tauern und der Nordalpen erwarte ich sogar 50 bis 70 Zentimeter Neuschnee." Da die Schneefallgrenze bis 400 Meter herabsinke, könne es am Sonntagfrüh "durchaus auch in der Stadt Salzburg Schneefall geben".

Am kommenden Montag werde es dem Wetterexperten zufolge zwar wieder freundlicher. Ein paar Sonnenstunden seien möglich, zeitweise würden aber auch wieder dichte Wolken und einzelne Regenschauer durchziehen. "Allerdings ist am Montag und Dienstag, sehr zum Leidwesen der Pflanzenwelt, das Risiko für Morgenfrost sehr hoch. Jedenfalls in den Gebirgsgauen", so Niedermoser.

Mittelfristig, ergänzt der Meteorologe, sei kein Frühsommer in Sicht: Ab 12. Mai haben wir die Eisheiligen. Und da ist ein weiterer Kaltluftvorstoß wahrscheinlich."

Brechen belaubte Bäume zusammen?

Die ZAMG machte am Donnerstag auf ein weiteres mögliches Problem durch die bevorstehende Kaltfront aufmerksam. Meteorologe Alexander Radlherr sagte: "Außerdem fällt der Schnee bei Temperaturen um Null Grad und ist daher nass und schwer. Da die Bäume bereits Blätter haben, kommen hier hohe Schneelasten zusammen und Äste können brechen oder Bäume umstürzen."

Kälterekord im Mai: 3,6 Grad

Kaltlufteinbrüche kommen in Österreich selbst im Mai alle paar Jahre vor. Darauf beruhen auch Bauernregeln wie die erwähnten Eisheiligen. Die Kälte am kommenden Sonntag ist aber sehr ungewöhnlich. "Wie erwarten am Sonntag zum Beispiel in Innsbruck eine Höchsttemperatur im Bereich von 4 oder 5 °C. Das ist sehr nahe am Kälterekord. Der kälteste Tag in einem Mai war an der Wetterstation Innsbruck-Universität der 1. Mai 1945 mit einer Höchsttemperatur von 3,6 °C. Die Messdaten in Innsbruck reichen immerhin bis 1877 zurück", sagt Meteorologe Radlherr.

Aufgerufen am 06.12.2021 um 01:39 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/wintereinbruch-am-wochenende-sogar-in-der-stadt-salzburg-ist-schneefall-moeglich-69598273

Kommentare

Schlagzeilen