Chronik

Wir brauchen eine Agrarwende

Es gibt immer weniger Bauern und dafür größere Höfe. Was tun, um Nebenerwerbsbauern zu halten?

Es brauche dringend eine Agrarwende um das „Bauernsterben“ zu stoppen, so Hannes Mathes. SN/heinz bayer
Es brauche dringend eine Agrarwende um das „Bauernsterben“ zu stoppen, so Hannes Mathes.

"Man kann es gar nicht oft genug sagen und darauf hinweisen. Es gibt ein massives Höfesterben in Österreich und bei uns hören immer mehr Bauern im Nebenerwerb auf", so Hannes Mathes bei seinem Besuch bei den PN. Er hat 2015 die überparteiliche Initiative "Zukunftsforum Salzburg" gegründet. "Wir wollen damit in den Regionen mit den Menschen vor Ort - in Wirtshäusern, Veranstaltungsräumen oder was immer - diskutieren. Zweck ist einfach, dass unser Leben besser wird. "

Was braucht es für die Regionen?

In Dorfgastein will er am 27. November zu diesem Thema mit unterschiedlichsten Experten und den Menschen aus der Region diskutieren.

Mathes ist selbst Nebenerwerbsbauer in Bad Ischl und in Salzburg Landesgeschäftsführer der SPÖ: "Aber bei diesen Regionalforen geht es mir wirklich um ein überparteiliches Zusammenwirken."

Mathes sieht sich als glühender Verfechter der EU, bedauert allerdings, welche Fehlentwicklungen in den vergangenen Jahren für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum passiert seien: "Für die Bergregionen braucht es viel mehr Ausgleichszahlungen. Wir müssen unsere regionalen Produkte in der Region verkaufen können, und das muss noch viel mehr unterstützt und gefördert werden."

So verweist er etwa auf Aktionen wie "Frisch gekocht an allen Schulen": "In Schul-, Kindergarten- oder anderen Großküchen muss es verpflichtend sein, dass es vor allem regionale Produkte gibt. Es geht um Klimaschutz und darum, dass wir mehr Saisonales verwenden." Derzeit sehe es so aus, dass vor allem große Betriebe leichter an Förderungen kämen: "Wenn ich etwa einen Stier zum lokalen Metzger bringen will, dann kann er den gar nicht so günstig schlachten wie ein Großschlachthof. Und so werden unsere Tiere Hunderte Kilometer zum Schlachten herumgefahren. Bei uns gab es früher 15 Metzger", gibt er ein Beispiel, "jetzt sperren sie alle zu. Wenn auch die Gasthäuser zusperren und viele Menschen zur Arbeit auspendeln müssen, dann stirbt unsere Region."

Als einen Schritt brauche es eine massive Förderung der kleinstrukturierten Landwirtschaft "durch einen Mindestlohn für die Bauern. Dazu bräuchten wir nur zum Beispiel Palmöl und künstlichen Käse verbieten, dann hätten wir vielleicht einen fairen Milchpreis." Hier seien erhöhte Anstrengungen der Politik gefordert, "um schleunigst Veränderungen zum Thema voranzutreiben. Wir müssen auch jene Betriebe entlasten, die auf menschliche Arbeitskraft und nicht auf Maschinen setzen."

Seiner Meinung nach sollten Strukturen aufgebaut werden, "die mehr auf Qualität statt Quantität achten. Egal wo, ob im Tourismus oder sonst wo."

"Wachsen, weichen oder bleiben? Was tun gegen das Höfesterben?" Öffentliche Diskussion am 27. November in Dorfgastein, 18.30 Uhr beim Eggerwirt.

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