Chronik

"Wir wollen ein Stück Europa weitergeben"

Ein interkulturelles Projekt soll österreichische und rumänische Schüler zusammenbringen. Michael König war in Dumbraveni zu Gast und gibt den SN einen Einblick in seine Reise.

Für Michael König, Projektleiter und Geschäftsführer des Diakoniewerks Salzburg, ist die Gegend um die rumänische Stadt Dumbraveni keine neue mehr. Bereits zum zehnten Mal reiste er nach Rumänien, um das Projekt "L.I.F.T" (Lernen - Integration - Fördern - Tagesstruktur) voranzutreiben. Dabei handelt es sich um eine Betreuungseinrichtung, wo Kinder einen geordneten Alltag und die Chance auf eine bessere Zukunft geboten bekommen.

Der Schulabschluss ist das Ziel

"Das ist nicht Armut, das ist Elend", schildert König seine ersten Eindrücke von der Lage vor Ort. Bevor die Kinder in die Tageseinrichtung kommen, würden viele unter ihnen weder Sessel, Tisch noch warmes Essen kennen. Auch die Eltern der Kinder werden in das Projekt miteingebunden. Ihnen wird erklärt, wie wichtig Hygiene und Schulbildung für die Zukunft der Kinder sind. Durch den geregelten Alltag sollten die Schüler in einem Zeitraum von neun Jahren ihren Schulabschluss schaffen. Derzeit werden 15 bis 20 Kinder betreut.


Besonders freue es König bei diesem Besuch, dass er bereits viele kleine Fortschritte verzeichnen könne. Die Kinder können sich mit Namen vorstellen und über ihre Zukunft sprechen. Auf die Frage nach dem berührendsten Erlebnis auf der Reise antwortete König: "Wir saßen in einem Sesselkreis und das erste Mädchen, das sich vorstellte, meinte, sie möchte einmal Polizistin werden, damit sie nicht mehr geschlagen werde."


König plädiert dafür, dass "wir unsere europäische Mitverantwortung wahrnehmen müssen". Die Kinder können sich unter dem geordneten Leben in Österreich nichts vorstellen. Doch auch ihnen soll der Weg in Richtung erfolgreicher Zukunft gebahnt werden. "Wir wollen ein Stück Europa weitergeben".

Hochkarätiger Kooperationspartner


Diesen Sommer holte König die Salzburger Festspiele als Partner mit ins Boot. Auch für die Festspiele sei die europäische Verantwortung der Hauptgrund für ihr Engagement in diesem Projekt. Da die Kinder in Dumbraveni große Freude an Musik und Tanz haben, ist König davon überzeugt, dass diese Kooperation noch weiter vertieft wird.


Eine weitere Kooperation besteht mit der NMS der Diakonie. Der Kontakt zwischen den österreichischen und rumänischen Schülern wird laut König im kommenden Schuljahr intensiviert. Im November werden drei Lehrkräfte der NMS nach Rumänien reisen, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. König möchte aber auch die Ideen der Schüler selbst miteinbeziehen. "Vielleicht können wir ja schon in zwei Jahren ein österreichisch-rumänisches Ferienlager veranstalten", fügt er lachend an.

Spendeninformationen

Das Diakoniewerk Salzburg würde sich über finanzielle Unterstützung für das Projekt freuen. Es kann auf folgendes Konto gespendet werden:


Diakoniewerk Gallneukirchen Spendenverein
Verwendungszweck "Dumbraveni"
IBAN AT84 2040 4000 4040 4089
BIC SBGSAT2SXXX

Quelle: SN

Aufgerufen am 07.12.2019 um 12:10 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/wir-wollen-ein-stueck-europa-weitergeben-37296400

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