Chronik

Wo Skitourenbegeisterte im Flachgau und Tennengau auf ihre Kosten kommen

Immer mehr Menschen zieht es mit Tourenski auf den Berg. Wir zeigen eine Auswahl von zehn Touren im Flachgau und Tennengau - ausreichende Schneemengen vorausgesetzt.

Die Postalm ist eines der beliebtesten Skitourengebiete der Region. SN/sw/postalm/karl steinegger
Die Postalm ist eines der beliebtesten Skitourengebiete der Region.

Der steigenden Zahl begeisterter Skitourengeher wollen die "Salzburger Nachrichten" eine Auswahl beeindruckender Touren im Flachgau und Tennengau geben. Die gewählte Route sollte dem eigenen Können, den Schneeverhältnissen und der Lawinensituation angepasst sein. Für Anfänger gibt es im Skigebiet Gaißau-Hintersee, auf dem Karkogel in Abtenau und auf den Hornspitz in Rußbach spezielle Tourenrouten.

Osterhorngruppe

Pitschenberg im Postalmgebiet
Dieser einfachen, rund 450 Höhenmeter zählenden Tour in sonnenreicher Lage folgt nach einem eher flachen Zustieg ein kurzer und steilerer Gipfelhang. Wer möchte, kann als kurze Aufstiegshilfe mit dem Schlepplift Nr. 1 bis zum Anstieg in der Höhe Innerlienbachalm (1213 m) fahren. Die breite Forststraße mit der Wegmarkierung 150 führt zur Labenbergalm. Bei der Weggabelung stehen der 1720 Meter hohe Pitschenberg und der Labenberg (1598 m) zur Auswahl. Der Labenberg und das Wieslerhorn (1603 m) bieten, wie der Pitschenberg, sanfte Touren an. Wintersportler werden mit schönen Ausblicken auf den Wolfgangsee, die Osterhorngruppe und das Tennengebirge belohnt.

Eine Liftfahrt und die Parkgebühren sind in der Mautgebühr von Abtenauer und von Strobler Seite inbegriffen.
Gegenüber diesen Gipfeln lockt der Braunedlkogel mit steilen Rinnen.

Braunedl: höchster Berg
Der Braunedl (1894 m) ist der höchste Postalmberg. Die über 1000 Höhenmeter umfassende Tour ist auf der Nord- und auf der Südseite anspruchsvoll.

Vom zentralen Parkplatz in der Postalm führt die zweistündige Tour mäßig steil den Berg hinauf. Das "Gschlössl" ist dem Braunedl vorgelagert. Auf diesen Hügel kann man bequem mit dem Lift gelangen. Danach der Markierung folgen. Durch den Lärchenwald wird die Spur zunehmend steiler und quert vor der letzten großen Rinne auf den eher flachen Gipfelrücken. Von hier führt eine direkte Abfahrtsvariante durch die felsige Steilrinne.

Auch von der Südseite ist der Braunedl sehr anspruchsvoll. "Es bedarf sehr guter Firnbedingungen, damit die selten begangene Route von Rußbach aus ein sicheres Tourenerlebnis wird", schreibt Christian Heugl in seinem Buch "Meine Spur. Skitourenführer Salzburg und angrenzende Gebiete". (ISBN 978-3-902317-04-9).

Skitourenklassiker Gamsfeld
Die 1200 Höhenmeter umfassende, mittelschwere Route führt anfangs durch den Rinnberggraben in Rußbach. Eine vier Kilometer lange Forststraße zu den Rinnbergalmen ist meist geräumt und eine beliebte Rodelstrecke. Bei den Almen angelangt, geht es weiter zur Angerkaralm (1423 m). Ein schnellerer und steilerer Weg führt entlang eines teilweise steilen Grabens. Oben angelangt, kommt der flachere, namensgebende "Gamsfeld"-Rücken mit 2027 Metern. Dieser Gipfel belohnt, ebenso wie die Postalmberge, mit einer grandiosen Aussicht. Die Abfahrt erfolgt wie der Anstieg. Bei der Angerkaralm ist sie auf der Forststraße leichter.

Bei Firnverhältnissen kann die Variante vom Gipfel über den Grad über die freien Hänge der Traunwandalm zurück nach Rußbach Spaß machen. Dauer: zirka drei Stunden.

Tourenlehrpfad Faistenau
In Faistenau wurde vor mittlerweile zehn Jahren der erste Tourenlehrpfad der Region auf die Loibersbacher Höhe errichtet. Der Lehrpfad bietet sowohl Einsteigern als auch fortgeschrittenen Tourengehern auf sieben Schautafeln Wissenswertes rund um die Themen Tourenvorbereitung, Schneekunde, Lawinengefahr, Wild- und Naturschutz sowie Routenplanung. Der Tourenlehrpfad kann selbstständig begangen werden, es werden aber auch Führungen angeboten (Informationen beim Tourismusverband). Der Pfad startet im Ortsteil Tiefbrunnau beim Parkplatz Streitberg/Keflau. Man folgt dem Schafbach Richtung Grögernalm, geht den Hinweistafeln über das Schafbachfeld zu den Schafbergalmen nach, weiter über die Oberwiesalm zum Ziel auf der Loibersbacher Höhe. Die mittelschwierige Tour ist mit einer Dauer von 2 h 40 min veranschlagt (640 Höhenmeter).


Variantenreicher Schlenken
Auf den Schlenken (1649 m) beschreibt Clemens M. Hutter (Skitourenführer im Salzburger Land und in Berchtesgaden) gleich vier Varianten. Die erste beginnt in Adnet, knapp vor Krispl. Über flache Hänge führt diese Route an der Halleiner Hütte zur Tenneralm (800 Höhenmeter). Die Abfahrt erfolgt auf dieser Route. Die zweite Variante führt über Waidach, die dritte über den Rengerberg und die vierte über die steile Schlenkenrinne.

Gern begangene Regenspitz
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Diese landschaftlich schöne, rund 900 Höhenmeter umfassende Tour führt von Hintersee über einen sanften Nordrücken auf die Regenspitze. Südseitig (von St. Koloman) geht die mittelschwere Route teils über Forstwege und Almböden mit einem steilen Schlussteil über den Westrücken der Regenspitze (1675 m). Die Wahl des 2,5- bis dreistündigen Anstiegs hängt von der Schneebeschaffenheit ab. Abfahrt mit schönen Hängen und entlang des Aufstiegs.

Gosaukamm

Fescher Kampl
Vom Parkplatz Großmauerreith (1150 m) in Annaberg folgt der Anstieg auf den Kampl (2050 m) über Forstwege und Almen auf den Kamm. Dieser befindet sich neben der imposanten Bischofsmütze. Die Abfahrt führt zur Sulzkaralm, zur Loseggalm oder dem Riedel folgend zur Mahdalm. Diese mittelschwere Tour dauert rund drei Stunden.

Tennengebirge

Sonntagskogel mittelschwer
Vom Weiler Gwehenberg folgt der moderate Anstieg durch abwechslungsreiches Gelände. Ab 1300 Metern Seehöhe verläuft die steile Anstiegsspur in vielen Spitzkehren auf die Nordwände des Sonntagskogels (2046 m) zu. "Beliebt ist die Abfahrtsvariante, die vorerst über die Südseite des Sonntagskogels führt. Stellenweise sehr anspruchsvoll ist die Abfahrt durch das Ahornkar", schreibt Heugl. Die mittelschwere Tour umfasst 1200 Höhenmeter und bietet immer wieder eine atemberaubende Aussicht auf das Tennengebirgsplateau.

Korein - schönes Gelände

Diese einfache Tour zieht viele Tourengeherinnen und -geher an. In St. Martin am Tennengebirge vom großen Parkplatz neben dem Sportzentrum geht es Richtung Buttermilchalm und weiter zur Karalm. Hier beginnt der schönste Abschnitt der Tour. Sie führt über einen lichten Lärchenwald, über einige Steilstufen, bis das Gelände wieder flacher wird. Die Abfahrt von der Kuppe orientiert sich am Aufstieg. Bei schönem Pulverschnee kann die steile Nordabfahrt gewählt werden.

Stadt Salzburg

Gaisberg von Aigen aus
Die Skitour auf den Gaisberg startet in der Gänsbrunnstraße in Aigen. Es wechseln sich Waldabschnitte mit schmalen Wegen, freien Hängen und weiter oben mit einer Waldschneise ab. Die Tour weist keine größeren technischen Schwierigkeiten oder Gefahrenstellen auf. Belohnung für den Aufstieg ist die Aussicht u. a. auf die Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen. Ein weiterer Vorteil: Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kann völlig CO2-neutral angereist werden. Die mittelschwierige Tour, auf der man rund 850 Höhenmeter zurücklegt, ist vom Alpenverein mit rund dreieinhalb Stunden veranschlagt.

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