Chronik

Wölfe werden oft verwechselt

In Salzburg sind heuer offenbar nur zwei Wölfe unterwegs. Ein Dritter ist abgewandert. Augenzeugen glauben oft, Wölfe zu sehen, wo keine sind.

Wölfe werden oft verwechselt SN/wwf, widstrand
In Salzburg sind vermutlich nur mehr zwei Wölfe unterwegs. Im Vorjahr waren es noch drei. WWF/WIDSTRAND

Im Uttendorfer Stubachtal war Mitte Juli ein Wolf unterwegs. Das gilt jetzt, nach der DNA-Analyse der Losung, als gesichert.

Immer dann, wenn neue Meldungen über das Auftreten der Raubtiere einlangen, ist die Aufregung groß - vor allem unter Landwirten. Dabei deutet alles darauf hin, dass heuer in Salzburg weniger Wölfe unterwegs sind als im Vorjahr.

Nachgewiesen wurden Wolfsspuren heuer zwei Mal im Pinzgau: ein Mal im Käfertal bei Fusch, ein zweites Mal im Stubachtal. Es könnte sich dabei um ein und dasselbe Tier handeln.

Auch im Postalmgebiet zwischen Strobl und Abtenau ist seit längerem ein Wolf unterwegs. Dieser konnte auch heuer im Frühjahr nachgewiesen werden, nachdem dort Wild gerissen worden war.

Das heißt: Heuer dürften im Bundesland Salzburg nur zwei Wölfe unterwegs sein. Im Vorjahr waren es noch drei. Der dritte Wolf, der in der Region um Filzmoos aktiv war, ist in die Steiermark abgewandert.

Wenn Augenzeugen meinen, einen Wolf zu sehen, kommt es immer wieder zu Verwechslungen. Meldungen von angeblichen Wölfen am Waldrand oder von "grauen Tieren", die über die Straße laufen, gebe es immer wieder, sagt Gundi Habenicht, die zuständige Wolfsexpertin von der Salzburger Landesveterinärdirektion. "Die Menschen sind davon überzeugt, weil sie immer an den Wolf denken, sie können aber nicht genau angeben, warum das ein Wolf sein soll. Sie können kein Merkmal nennen, das einen Wolf beschreibt. Wenn man dann nachfragt, sagen sie, das könne kein anderes Tier gewesen sein."

Selbst für einen Profi sei es schwierig, einen Wolf zweifelsfrei zu erkennen. "Es gibt einen Unsicherheitsfaktor, weil es Hunde gibt, die ganz ähnlich aussehen - wie den Tschechoslowakischen Wolfshund", sagt Habenicht.

Manche Hunde und Wölfe würden sich sehr ähnlich sehen, betont auch der österreichische Wolfsbeauftragte Georg Rauer. "Wenn die Erwartungshaltung da ist und man nur kurze Zeit schaut, kann man meinen, einen Wolf gesehen zu haben", sagt Rauer. "Prinzipiell kann man es nicht überprüfen, wenn man nichts Handfestes hat."

Wolfshunde zum Beispiel haben ein ähnliches Fell wie Wölfe und eine vergleichbare Größe. Ein einfaches Unterscheidungsmerkmal gibt es nicht. Im Zweifelsfall können nur Untersuchungen von genetischen Spuren Klarheit schaffen.

Wie viele Wölfe sich exakt in Österreich aufhalten, ist schwer zu sagen. Rauer geht davon aus, dass sich im Vorjahr vier bis fünf Wölfe länger im Bundesgebiet aufgehalten haben, davon drei in Salzburg, die anderen in Oberösterreich und Niederösterreich.

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