Chronik

Wohin mit den Kindern in den Ferien?

Die Sommerferien können für Eltern eine lange Zeit werden, vor allem, wenn es bei der Ferienbetreuung Probleme gibt.

Spaß und Sport sind auch im integrativen Feriencamp angesagt. SN/sw/riedler
Spaß und Sport sind auch im integrativen Feriencamp angesagt.

Für viele berufstätige Eltern ist es jedes Jahr eine Herausforderung:

Neun Wochen Schulferien, aber nur fünf Wochen Jahresurlaub für einen selbst. Da dieser Urlaub dann auch auf die restlichen Ferien- und freien Tage der Kinder aufgeteilt werden muss, ist man auf kostengünstige Angebote während der Sommerferien angewiesen.

"Mittlerweile gibt es immer mehr Auswahlmöglichkeiten für unsere Region", sagt Sabine Pronebner vom Forum Familie, dem Elternservice des Landes. Sie kümmert sich auch um die laufende Aktualisierung der vom Land betriebenen Datenbank, in der alle Angebote des Bundeslandes - geordnet nach Bezirken - aufgelistet sind.

Es fehlt an günstigen Angeboten

"Insgesamt ist das Angebot viel zu gering, weil ein Großteil der Einträge der Datenbank aus Kostengründen für die meisten Eltern ausscheidet", meint die SPÖ-Abgeordnete Karin Dollinger. Für vier von zehn Eltern stelle auch die Ferienbetreuung eine große finanzielle Belastung dar.

Sabine Pronebner: "Wir beraten die Gemeinden gut, geben Impulse und Ideen, wie man eine Ferienbetreuung auf die Beine stellen kann. Jedes Jahr kommen so auch mehrere Angebote hinzu." Besonders freut sie sich über neue Initiativen wie in Bischofshofen: "Der Verein SUA hat heuer ein neues Angebot auch für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen."

Erlebnisse und Abenteuer im Feriencamp

Dazu gibt es seit Jahrzehnten auch das Angebot des Integrativen Feriencamps von Sabine Seidl. "Bei uns kann man wochenweise Kinder ab vier Jahren mit oder ohne Behinderung anmelden. Wir haben auch keine Altersbegrenzung nach oben." In diesem Sommer findet ihr Camp aufgrund von Baustellen in der Hauptschule in Bischofshofen in Pfarrwerfen statt. Das Camp bietet auch heuer wieder viele Abenteuer und ist erlebnisorientiert ausgerichtet.

Besonders freut sich Pronebner auch über ein seit Jahren konstantes Ferienangebot in Gemeinden wie Goldegg oder St. Johann, das dieses heuer für Familien erweitert hat: "Der Ferienkalender in St. Johann bietet heuer noch mehr Action durch die zusätzlichen, kostenlosen MINT-Wochen und eine Almwoche Ende Juli." Das MINT-Angebot von Arbeiterkammer, WIFI Salzburg und auch TAZ findet in mehreren Orten statt und lässt die jungen Teilnehmer in den Werkstätten und Labors wie etwa in Mitterberghütten tüfteln, bauen und kreativ werken.

In der kleinen Gemeinde Goldegg wird über neun Wochen für Sechs- bis Zwölfjährige ein umfangreicher Programmschwerpunkt angeboten. "Dazu gibt es auch eine neue, private Elterninitiative mit dem Angebot der sogenannten Waldameisen."

Filzmoos bietet Betreuung für die ganzen Ferien

Relativ neu sind auch die Erlebniswochen in Filzmoos, wo Fünf- bis Zwölfjährige von einem privaten Verein individuell während der ganzen Ferienzeit betreut werden. "Das Angebot richtet sich nach der Nachfrage", so Pronebner. In Altenmarkt und Radstadt gebe es auch gemeindeübergreifende Betreuung, dazu sehr hochpreisige Englisch- und Aktiv-Camps: "Aber es ist doch gut, wenn mehrere Auswahlmöglichkeiten bestehen."

Aus manchen Gemeinden und Tälern hat Sabine Pronebner keine Rückmeldung bekommen: "Viele kommunizieren das auch nur in ihrer Gemeinde." Sie würde sich jedoch wünschen, dass die spezifischen Angebote an die online abrufbare Datenbank gemeldet würden, "da wir sehr viele Eltern auch individuell betreuen. Was gibt es für Fördermöglichkeiten oder was an altersentsprechenden Angeboten?" Pronebner weist darauf hin, dass dieses Thema für viele Familien auch immer wichtiger werde, "wenn es darum geht, wo man künftig Wohnraum erwirbt".

Familienlandesrätin Andrea Klambauer (NEOS) müsse die Gemeinden mehr unterstützen, um eine mehrwöchige Sommerbetreuung auf die Beine zu stellen, fordert Karin Dollinger (siehe Interview rechts).

"In erster Linie liegt der Versorgungsauftrag allerdings bei den Gemeinden und den Bürgermeistern", betont Landesrätin Andrea Klambauer. "Wir unterstützen gerne. Viele Angebote finden sich nicht in der Datenbank. Wir haben die Budgets für Kinderbetreuung jährlich erhöht und einige flexible Vorzeigeprojekte geschaffen. Natürlich geht es auch mir manchmal zu langsam."

Abrufbar ist die Datenbank: WWW.SALZBURG.GV.AT/FERIENPROGRAMME

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