Chronik

Wohin mit den Kindern in den Ferien?

Die Sommerferien können für Eltern eine lange Zeit werden, vor allem, wenn es bei der Ferienbetreuung Probleme gibt.

Für viele berufstätige Eltern ist es jedes Jahr eine Herausforderung:

Neun Wochen Schulferien, aber nur fünf Wochen Jahresurlaub für einen selbst. Da dieser Urlaub dann auch auf die restlichen Ferien- und freien Tage der Kinder aufgeteilt werden muss, ist man auf kostengünstige Angebote während der Sommerferien angewiesen.

Schon im Jänner - im Zuge der ersten Urlaubsplanungen - klopfen bei Monika Weilharter (Forum Familie) Eltern an, um Angebote für die Sommerferien zu erfahren. "In der Feriendatenbank sind schon auch einige Angebote für den Lungau vorhanden. Die ,Action Days' des Hilfswerks gibt es leider aufgrund fehlender finanzieller Beteiligung der Gemeinden nicht mehr. Das integrative Camp von Christine Pokorny in Lessach leider ebenfalls nicht mehr", sagt Weilharter.

"Insgesamt ist das Angebot viel zu gering, weil ein Großteil der Einträge in der Datenbank aus Kostengründen für die meisten Eltern ausscheidet", meint die SPÖ-Abgeordnete Karin Dollinger. Für vier von zehn Eltern stelle auch die Ferienbetreuung eine große finanzielle Belastung dar.

Monika Weilharter: "Erstmalig gibt es Angebote der Volkshochschule Lungau. Zwar nur tageweise, aber immerhin. In Thomatal findet ein Workshop in der Kunstwerkstatt statt. Speziell für Kinder der ersten und zweiten Klasse Volksschule von 15. bis 19. Juli vormittags und für Sieben- bis Zehnjährige ein Bewegungsprogramm von 26. bis 30. August." Rund 500 Kinder betrifft es im Lungau im Alter von drei bis sechs Jahren und rund 1800 sind es von sechs bis 15 Jahren. Meist scheitern Angebote an den finanziellen Mitteln: "Laut Gesetz haben Gemeinden auch in den Sommermonaten den Versorgungsauftrag zu leisten. Das Kindergartenjahr geht von 1. September bis 31. August. Es braucht finanzielle Beteiligung, aber es gibt auch Förderungen des Landes. Ich könnte mir gemeindeübergreifende Projekte vorstellen. Das bietet sich gerade im Lungau an. Aktuell gibt es in den Gemeinden großteils - wenn überhaupt - Betreuung für Drei- bis Sechsjährige. Für Schulkinder braucht es mehr Angebote, auch zur Entlastung der berufstätigen Eltern. Am Ende geht es um das Wohl der Kinder", sagt Monika Weilharter.

Schade und nicht fair findet sie zudem, dass landesweite Programme wie zum Beispiel MINT-Angebote im Lungau nicht stattfinden. "Auch wir hätten innovative Betriebe, die dieses Programm anbieten könnten."

Zwei Kinderbetreuungseinrichtungen im Lungau federn einiges ab: "Das Kinderland Pagitsch in Tamsweg und die Arche Noah in St. Michael haben zum Glück nahezu durchgehend geöffnet. Einige Kindergärten haben sich speziell im Juli mit den Öffnungszeiten an den Bedarf angepasst", sagt Weilharter.

Familienlandesrätin Andrea Klambauer (NEOS) müsse die Gemeinden mehr unterstützen, um eine mehrwöchige Sommerbetreuung auf die Beine zu stellen, fordert Karin Dollinger (siehe Interview rechts). "Von idealer Sommerbetreuung kann man leider nur bei der Firma Pagitsch in Tamsweg sprechen, die diese bis 19 Uhr für alle Ferienwochen anbietet und dankenswerterweise auch externe Kinder nimmt", sagt Dollinger. "In erster Linie liegt der Versorgungsauftrag bei den Gemeinden und den Bürgermeistern", betont Landesrätin Andrea Klambauer. "Wir unterstützen gerne. Viele Angebote finden sich nicht in der Datenbank. Wir haben die Budgets für Kinderbetreuung jährlich erhöht und einige flexible Vorzeigeprojekte geschaffen. Natürlich geht es auch mir manchmal zu langsam."

Manfred Sampl (ÖVP), Obmann Regionalverband: "Grundsätzlich ist es Sache jeder Gemeinde. Die Betreuungsmöglichkeit soll während der Sommermonate natürlich gegeben sein. Die Gemeinden sind gefordert. In St. Michael sind wir gut aufgestellt. Im Regionalverband wurde noch nicht in einer Vollversammlung darüber gesprochen. Gegebenenfalls sind wir um Lösungen bemüht." Zur Datenbank: www.salzburg.gv.at/Ferienprogramme

Quelle: SN

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