Chronik

Wolf: Naturschützer fordern Herdenschutz

Ein Herdenschutzhund Maremmano-Abruzzese und eine Schafherde. SN/apa
Ein Herdenschutzhund Maremmano-Abruzzese und eine Schafherde.

Die Jägerschaft hat angekündigt, einen Abschussantrag für jenen Wolf zu stellen, der in Rauris mindestens 50 Schafe getötet hat. Naturschutzorganisationen kritisieren das und verlangen mehr Herdenschutz.

Für den WWF sind Abschüsse ein "vollkommen untaugliches Mittel zur Konfliktlösung". Christian Pichler vom WWF sagt: "Wir sind umgeben von Ländern mit weit größeren Wolfspopulationen. Es werden immer wieder Tiere durch Österreich streifen. Mehr Herdenschutz ist daher alternativlos. Das ständige Wälzen rechtswidriger Abschussfantasien führt uns lediglich in eine Sackgasse." Richtig angewendeter Herdenschutz sorge dafür, dass Wölfe von Beginn an Weidetiere meiden und Wildtiere erbeuten, weil sie sonst einen Stromschlag bekommen oder von Herdenschutzhunden vertrieben werden. Mit der im Salzburger Managementplan verankerten Zucht und Ausbildung von Herdenschutzhunden müsse schnellstmöglich begonnen werden."

Der Naturschutzbund ruft zu einem sachlichen Umgang mit der schwierigen Situation der Almbauern auf und appelliert, den Herdenschutz ausreichend zu fördern. Bis dahin stellten ungeschützte Schafe und Ziegen für jeden weiteren durchziehenden Wolf eine leichte Beute dar. Es gelte, ein Konzept zwischen Bewirtschaftern der Alm und Herdenschutzexperten zu erarbeiten, das zeige, welche Maßnahmen fachlich umsetzbar seien und welche finanzielle Unterstützung notwendig sei.

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