Chronik

Wollte Trio Überfall auf ältere Dame verüben oder doch nicht? - Kniffliger Prozess in Salzburg

Symbolbild.  SN/bilderbox
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Ein Brüderpaar serbischer Herkunft (29 und 34) sowie ein weiterer Serbe (26) sahen sich Mittwoch vor einem Schöffengericht (Vorsitz: Dagmar Schmidt) mit dem Vorwurf des versuchten Raubes konfrontiert. Zum inkriminierten Überfallsversuch auf eine ältere Dame kam es am 17. März 2021. Die Causa ist ungewöhnlich wie rechtlich knifflig: Fakt ist, dass letztlich keiner der Angeklagten einen persönlichen "Kontakt" mit der Dame hatte.

Laut Staatsanwältin Elena Haslinger erfuhr das schwer vorbestrafte Trio (Verteidiger: Kurt Jelinek und Peter Macheiner) vorab von einer Bekannten, dass die ältere Dame an jenem Märztag 25.000 Euro Bargeld bei einer Bank im Andräviertel einzahlen wolle. Zu dritt fuhren sie zum Hauptbahnhof, der 29-jährige Erstangeklagte, so die Staatsanwältin, sollte die Dame niederstoßen und ihr die Handtasche mit dem Geld entreißen, während die zwei anderen in der Nähe im Fluchtauto warteten. Was die drei nicht wussten: Ihre Handys, über die sie Kontakt hielten, wurden damals von der Polizei wegen Verdachts des Drogenhandels überwacht. Unmittelbar vor Tatausführung sah der 29-Jährige eine Polizeistreife nahe der Bank, weshalb er die "Tatausführung aufgab", so die Staatsanwältin. Ein straffreier Rücktritt vom (Raub-)Versuch liegt laut Haslinger eindeutig nicht vor,weil "der Täter die Tat nicht freiwillig aufgegeben hat" - was die Verteidiger anders sehen. Prozessfortsetzung am Donnerstag.

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