Chronik

Würstel im Glas: Zivilschutzverband erstellt neue Liste für Vorräte in Krisenzeiten

Der Zivilschutzverband hat seine Empfehlungen für die Bevorratung für Krisenfälle überarbeitet. Bisher wurde zu viel gebunkert - und zu einseitig. Von Toilettenpapier ist in der Liste keine Rede.

Symbolbild. SN/APA/dpa/Fabian Sommer
Symbolbild.

Die Würstel im Glas stechen auf der Liste ins Auge. Der Salzburger Zivilschutzverband hat seine Empfehlungen, was man für den Krisenfall zu Hause haben sollte, überarbeitet. Und bei der Überschrift "Konserven" findet sich auch der Hinweis Würstel im Glas. Was man sonst eher aus bundesdeutschen Supermärkten kennt, schaffe Abwechslung, sagt Wolfgang Hartl, Geschäftsführer des Salzburger Zivilschutzverbandes. Man müsse bei den Vorräten darauf achten, dass diese gerne gegessen würden. Und Würstel, sagt Hartl, "gehen schnell einmal".

Besonders wer Kinder habe, solle bei den Vorräten auf Vielfalt achten. "Es nützt nichts, wenn man literweise Gulaschsuppe in der Dose zu Hause hat und die isst dann keiner."

Bis vor rund zehn Jahren habe man bei den Empfehlungen für zwei Personen sehr einseitig auf große Mengen geachtet. Bei den neuen Empfehlungen habe man die Kosten-Nutzen-Rechnung besser im Auge, sagt Hartl. "Lebensmittel kosten etwas. Und man soll darauf schauen, dass die Sachen auch umgewälzt werden und nicht jahrelang im Keller liegen und dann weggeworfen werden müssen." Die neue Liste orientiere sich auch daran, was man ohnehin zu Hause habe - und womit man auch Verschiedenes kochen könne. Mehl, Zucker, Reis, Nudeln, Grieß und Semmelwürfel finden sich unter "Grundlagen", unter "Konserven" findet sich ein Kilo Fleischkonserven, ein halbes Kilo Fisch und eineinhalb Kilo Gemüse, dazu Packerlsuppen, die Würstel im Glas und Kekse "nach Bedarf".

Dazu stehen Semmelknödel, Soletti, Zwieback, Knäckebrot, Trockenfrüchte, Nüsse, Haferflocken, Müsli, Cornflakes und eine Packung Kaiserschmarren-Basis auf der Liste. Zu trinken empfiehlt der Zivilschutzverband Kaffee, sechs Liter Orangensaft, sechs Liter Mineralwasser und Haltbarmilch.

Die Liste wurde in Zusammenarbeit mit Köchinnen erstellt, sagt Wolfgang Hartl. "Wir haben die Liste Seminarbäuerinnen vom BFI gegeben und sie gebeten, damit zu kochen", sagt Wolfgang Hartl. "Mit den Erkenntnissen haben wir die Liste noch einmal überarbeitet."

Für eine, maximal zwei Wochen sollte man Vorräte im Haus haben. Man wolle mit diesen Hinweisen keinesfalls Panik erzeugen, sagt Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP). "Man sollte nur zum gegebenen Zeitpunkt daran denken, was man im Haus haben sollte." Um 100 Euro bekomme man alles, was nötig sei.

Bei Unwettern könne es schnell passieren, dass man für einige Tage ohne Strom sei, sagt Schwaiger. Es könne auch sein, dass ein Stammsystem bei der Stromversorgung für einige Zeit nicht zur Verfügung stehe. Auch bei anderen Vorfällen seien Vorräte praktisch. "Das kann auch ein Liegegips sein. Wenn man alleinstehend ist, ist man auch froh, wenn man die Nachbarn nicht gleich braucht."

Nicht auf der Liste des Zivilschutzverbands steht Klopapier. Er sei mehr als verwundert gewesen, als zu Beginn der Pandemie überall das Klopapier gehortet wurde, sagt Wolfgang Hartl. "Jeder weiß doch, wie viel man in einer Woche braucht."

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