Chronik

Wunderbare Feier, aber auch einiges an Wehmut

Diakon Toni Fersterer nahm zu Maria Himmelfahrt Abschied von "seiner" Pfarrgemeinde.

Der Himmel sorgte für den passenden Rahmen: Sonnenschein und angenehme Temperaturen begrüßten die hunderten Besucher am Kirchbichl. Sie zogen von dort in einem Festzug zur Burg Kaprun. Voran die Musikkapelle, ihr folgten Falkenbachschützen, Trachtenfrauen, Feuerwehren, Kameradschaft, Eisschützen, Sportunion, Bauernschaft, Theatergruppe, Chorgemeinschaft und viele Kapruner. Es galt einem Mann die Ehre zu erweisen, der zu allen eine besondere Beziehung aufgebaut hatte - Diakon Toni Fersterer.

Vor 17 Jahren war der Saalfeldener nach Kaprun gekommen, vorige Woche nahm er Abschied. Auf der Burg zelebrierte er zusammen mit Pfarrer Michael Blassnigg einen Festgottesdienst. Fersterer sagte, er habe stets "versucht, Bote des guten Hirten zu sein". Er erläuterte: "Die Schafe gehen voraus, der Hirte geht hintennach und ist vor allem für die da, die zurückbleiben."

Er freue und bedanke sich, dass es gelungen sei, eine lebendige Pfarre Wirklichkeit werden zu lassen. "Viele Kinder, Frauen und Männer haben ihre Talente und Fähigkeiten eingebracht, damit Gemeinschaft untereinander und mit Gott möglich wird." Speziell bedankte er sich bei Pfarrer Blassnigg, der ihm viel Freiraum gelassen habe, sowie seiner Familie, Ehefrau Kathrin und den Söhnen Thomas und Lukas. "Wenn ihr nicht mitgespielt hättet, hätte ich meine Arbeit nie in dieser Form machen können."

Fersterer gestand, dass es ihm schwer falle, Abschied zu nehmen "von den vielen Kaprunerinnen und Kaprunern, die zu Freunden geworden sind, vom Garten, der Wohnung im Pfarrhof, den wunderschönen Bergen". Aber er spüre, dass es jetzt, mit 50 Jahren, die richtige Entscheidung sei, sich nochmals einer neuen Aufgabe zu widmen. Er übernimmt Anfang September die Pfarren St. Veit und Goldegg.

Simone Dankl, die zusammen mit Günter Eder (beide Pfarrgemeinde) durchs Gesamtprogramm führte, sagte: "Alles, was du in diesen Jahren für die Pfarre getan hast, war einfach großartig. Wir sprechen dir innigsten Dank aus. Dir und deiner Familie alles erdenklich Gute."

Von der Gemeinde wurde Fersterer mit dem Ehrenbecher ausgezeichnet, von den Vereinen erhielt er Geschenke, ein besonderes von den Ministranten: Eine Stola mit 75 Schäfchen, jedes Kind hat dabei seine Spuren hinterlassen. Pfarrer Blassnigg dankte Fersterer "für die Begleitung, für die Freundschaft, für das, was wir miteinander erleben konnten". Es gehe um das gute Miteinander, dieses wünsche er jetzt Pastoralassistent Norbert Ronacher, der Fersterer nachfolgt. "Es wird etwas anders weiterlaufen, aber sicher nicht mit weniger Freude", so Blassnigg. Seinen ersten Gottesdienst in Kaprun wird Ronacher am Sonntag, dem 8. September, 10 Uhr, feiern.

Abschied von Pfarrer Michael Blassnigg

Zuvor gilt es Pfarrer Blassnigg zu verabschieden, er wechselt nach Kufstein. Am Sonntag, 25. August, 10 Uhr, findet in der Pfarrkirche Kaprun eine Eucharistiefeier mit anschließender Agape statt. Bis ein Nachfolger für ihn da sein wird, wird Generalvikar Roland Rasser aushelfen. Einmal im Monat will der frühere Saalfeldener Pfarrer in einer der vier Pfarren des Verbandes (Niedernsill, Uttendorf, Piesendorf, Kaprun) einen Gottesdienst halten.

Eine gute Nachricht gab es noch: die Chorgemeinschaft werde weitermachen, betonte Chorleiter Markus Casna.

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