Chronik

Zahl der Coronafälle steigt wieder und warum die Spitäler nicht Alarm rufen

Nach relativ langer Seitwärtsbewegung ist in Salzburg vorerst erneut mit steigenden Corona-Infektionszahlen zu rechnen. Immer deutlicher werden dabei die Unterschiede der Omikron-Variante des Virus zu den Mutationen davor.

Durch die Omikron-Variante sind die Spitäler trotz hoher Infektionszahlen nicht an ihren Belastungsgrenzen angekommen. SN/apa/themenbild
Durch die Omikron-Variante sind die Spitäler trotz hoher Infektionszahlen nicht an ihren Belastungsgrenzen angekommen.

Mit Ausnahme von Wien werden ab 5. März die Coronaregeln massiv gelockert. Gleichzeitig zeigt der Trend bei der Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen wieder nach oben. Dass sich dadurch in den Krankenhäusern die Lage nicht wieder zuspitzt, hat nicht nur mit der jetzt deutlich geringeren Zahl der spitalspflichtigen Coronapatienten zu tun als bei der Delta-Welle. Auch der Krankheitsverlauf bei der Omikron-Variante unterscheidet sich deutlich von früheren Varianten. Das führt als negative Folge aber auch dazu, dass sich ein Großteil der Infizierten nicht vor dem siebten Tag freitesten kann.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg in Salzburg am Freitag auf 2320 Infizierte pro 100.000 Einwohner. Die Zahl der aktiv infizierten Fälle kletterte auf knapp 18.000, nachdem man vor etwas mehr als einer Woche schon weniger als 14.000 hatte vorweisen können. Landesstatistiker Gernot Filipp verwies darauf, dass man im Flachgau mit einer Inzidenz von 2806 den Höchststand in dieser Pandemie erreicht habe. Statt der Seitwärtsbewegung, wie zuletzt, gehe es nun wieder leicht nach oben. Filipp wartet gespannt auf die Entwicklung nach den Lockerungen. Allerdings werde man das Infektionsgeschehen auch nicht mehr so gut abbilden können wie bisher, wenn man das Testen wie geplant stark zurückfahre.

Uta Hoppe, Coronamedizinerin am Uniklinikum Salzburg, bleibt angesichts der aktuellen Zahlen relativ gelassen. Das hat auch damit zu tun, dass Omikron die Lunge nicht so stark befällt wie etwa Delta. Selbst die Patienten auf den Intensivstationen müssen nicht so massiv beatmet werden und lägen dort bei Weitem nicht mehr so lang.

Dafür ist bei Omikron, wie Hoppe erklärt, die Viruslast im Hals- und Nasenbereich viel größer als bisher. Das führe nicht nur zu starken Schmerzen, sondern sei auch der Grund dafür, dass nur rund 20 Prozent der Patienten nach fünf Tagen virusfrei seien. Das bedeutet aber auch, dass man sich in dieser Zeit, solange man Symptome hat, kaum freitesten kann. Ab dem siebten Tag würden die Chancen dafür steigen, betont Hoppe.

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