Chronik

Zell am See: 20-Jährige erschossen - führt "digitaler Fußabdruck" zum Mörder?

Fünf Wochen nach der Bluttat an der jungen Frau ist der Täter noch immer auf der Flucht. Bei den Ermittlungen bezieht die Polizei auch die Aktivitäten des Mordopfers in den sozialen Medien ein.

Ein Ermittler der Polizei mit einem Diensthund am Tatort in Zell am See. SN/APA/FRANZ NEUMAYR
Ein Ermittler der Polizei mit einem Diensthund am Tatort in Zell am See.

Am 20. Oktober war eine 20-jährige Pinzgauerin vor ihrer Wohnungstür in einem Mehrparteienhaus in Zell am See erschossen worden. Auch gut fünf Wochen nach der schrecklichen Tat ermittelt die Polizei nach wie vor intensiv in alle Richtungen, wie deren Pressesprecher Hans Wolfgruber sagt: "Derzeit fehlt noch eine heiße Spur bzw. eine konkret tatverdächtige Person."

Das Opfer war in den sozialen Medien sehr aktiv und hatte viele Bekannte. "Die junge Frau hinterließ eine Unmenge von Spuren im Netz. An der Auswertung ihres ,digitalen Fußabdrucks' wird nach wie vor mit Hochdruck gearbeitet. Ebenso an der Auswertung der vielen im Tatortbereich gesicherten Fingerabdrücke", so Wolfgruber.

Die Ermittlungen gestalten sich laut Polizeisprecher auch deshalb "sehr schwierig", weil sich die Bluttat im Stiegenhaus des Mehrparteienhauses, konkret im Eingangsbereich zur Wohnung der Frau, zugetragen habe: "In diesem Bereich wurden viele Spuren gesichert. Dort haben ja auch alle möglichen Leute Zugang - vom Postler über den Paketzusteller bis zu Besuchern."

Auch die von der Polizei einige Tage nach der Tat publizierte Personenbeschreibung nach einem verdächtigen jüngeren Mann, der nach den Schüssen (21.30 Uhr) beim Verlassen des Hauses gesehen wurde, führte bisher nicht zur Ergreifung einer konkreten Person. Wie intensiv die Polizei ermittelt, zeigt sich auch an den involvierten Abteilungen. Wolfgruber: "An dem Fall arbeiten neben den Mordermittlern vom Landeskriminalamt auch Kollegen der LKA-Abteilung für Informationstechnologie und Beweissicherung, Beamte des Labors, der Analyse-Abteilung und der kriminalpolizeilichen Untersuchungsstelle."

Aufgerufen am 24.11.2020 um 10:19 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/zell-am-see-20-jaehrige-erschossen-fuehrt-digitaler-fussabdruck-zum-moerder-61513897

Schlagzeilen