Chronik

Zell am See: Feuerwehr rettet bewusstlosen Mann aus brennender Wohnung

Dramatische Szenen hat es am Mittwoch in den frühen Morgenstunden bei einem Wohnungsbrand in der Salzmannstraße in Zell am See gegeben. Eine glosende Zigarette dürfte das Feuer ausgelöst haben. Ein Mensch schwebt in Lebensgefahr.

Brandeinsatz in Zell am See. SN/ff zell am see
Brandeinsatz in Zell am See.

Am Mittwoch um 3.08 Uhr hat die Landeswarnzentrale Salzburg die Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehr alarmiert. Im Einsatzbericht der FF Zell heißt es: "Bereits auf der Anfahrt ins Feuerwehrhaus wurde der Brand bestätigt und auf Befehl des Einsatzleiters sofort erneut alarmiert, diesmal mit dem Einsatzstichwort "Brand - Wohnhaus".

Die brennende Wohnung befand sich im dritten Stock eines Mehrparteienhauses an der Salzmannstraße in der Nähe des bekannten Grand Hotels.

Bis zum Eintreffen der Feuerwehr versuchten Polizisten mit einem Handfeuerlöscher den Brand zu bekämpfen und brachten die sich noch im Haus befindlichen Menschen in Sicherheit - ehe sie selbst wegen der massiven Rauchentwicklung aus dem Gebäude flüchten mussten.

Polizist bei Rettungsaktion verletzt

Die Feuerwehr führte sofort einen ersten Löschangriff durch, Atemschutztrupps konnten den schwer verletzten und bereits bewusstlosen Wohnungsinhaber (Kroate, 50 Jahre alt) aus der brennenden Unterkunft retten. Das Rote Kreuz brachte den Mann nach der Erstversorgung in das Krankenhaus Zell am See. Die Verletzungen waren jedoch so schwer, dass der 50-Jährige noch am Mittwoch in eine Spezialklinik nach Deutschland überstellt werden musste. Zudem hatte auch einer der Polizisten bei den ersten Rettungsversuchen eine Rauchgasvergiftung erlitten.

Die Feuerwehr hatte unterdessen ebenfalls alle Hände voll zu tun. Durch den massiven Einsatz mehrerer Rohre konnte ein Übergreifen der Flammen auf die darüber liegende Wohnung und den Dachstuhl verhindert werden. Nach anschließenden Belüftungsmaßnahmen und Nachlöscharbeiten konnte "Brand aus" gegeben werden.

Danach war Aufräumen angesagt: Die große Menge des aufgebrachten erforderlichen Löschwassers musste mit Wassersaugern bestmöglich aus dem Gebäude entfernt werden, um den unter der Brandwohnung lebenden Personen ein Betreten der eigenen Räumlichkeiten zu ermöglichen und somit die Suche nach Notunterkünften zu vermeiden.

Laut dem beigezogenen Brandsachverständigen Walter Kittl ging das Feuer mit großer Wahrscheinlichkeit vom Bereich der Couch im Wohnzimmer aus: "Rauchzeug-Abfälle" beziehungsweise eine noch glosende Zigarette dürften den Brand ausgelöst haben.

Weihnachtszeit ist brandgefährlich

Unabhängig vom Brandereignis in Zell am See wies der Versicherungsverband Österreich (VVO) am Mittwoch auf die Gefahr von Wohnungs- und Hausbränden in der Adventzeit hin. VVO-Generalsekretär Louis Norman-Audenhove erklärte in einer Aussendung: "Jahr für Jahr kommt es - besonders rund um die Adventzeit - zu folgenschweren Bränden im Haushalt, die in vielen Fällen durch erhöhte Achtsamkeit zu verhindern gewesen wären. Kerzen dürfen niemals unbeaufsichtigt brennen. Bei Verlassen des Raums sind diese unbedingt zu löschen."

50 Prozent aller Brandereignisse betreffen private Haushalte

Jährlich verunglücken österreichweit rund 30 Personen bei Bränden im Haushalt tödlich. Die häufigsten Brandursachen sind dabei, neben der elektrischen Energie, offenes Licht und Feuer. "50 Prozent aller Brandereignisse betreffen private Haushalte. Dies zeigt deutlich, wie schnell es im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich werden kann. Daher appellieren wir an alle Menschen, gerade jetzt, wenn viel mit offenem Licht und Feuer hantiert wird, vorsichtig und achtsam vorzugehen und Sicherheitsvorkehrungen für den Ernstfall zu treffen", sagt Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. "Dringend zu empfehlen ist die Installation von Rauchwarnmeldern. Diese kosten nur wenige Euro und werden im Ernstfall aber schnell zum Lebensretter."

Viele kennen die Notrufnummer nicht

Für den Ernstfall sind viele Haushalte nicht vorbereitet, obwohl es bei jedem Sechsten in der Vergangenheit bereits gebrannt hat. Jeder Sechste ist bei der Notrufnummer der Feuerwehr (122) nicht sattelfest. Und: Nur in etwa jedem zweiten Haushalt befinden sich gewartete Feuerlöscher. Rauchwarnmelder sind nur in rund 45 Prozent der Haushalte zu finden. "Ein Brand, sei es von Adventkränzen, Kerzen oder Christbäumen, kommt immer unerwartet, und dann muss es schnell gehen. Deshalb ist gute Vorbereitung unerlässlich - Feuerlöscher, Branddecken und Co. sind immer griffbereit zu halten", heißt es beim VVO.

Einfache Tipps zur Reduktion des Brandrisikos

Der VVO gab in seiner Mitteilung aber auch Ratschläge zur Brandvermeidung:

  • Kerzen auf Adventkränzen, Christbäumen usw. nie unbeaufsichtigt brennen lassen und immer in einem Abstand von mindestens 50 Zentimetern zu Vorhängen oder anderen brennbaren Materialien aufstellen.
  • Rauchwarnmelder sollten in mehreren Räumen angebracht werden - vor allem auch im Kinderzimmer.
  • Ein funktionstüchtiger Feuerlöscher gehört in jeden Haushalt - und sollte so aufbewahrt werden, dass er jederzeit gut zu erreichen ist.
  • Kinder nie unbeaufsichtigt in der Nähe von brennenden Kerzen lassen. Streichhölzer oder Feuerzeuge für Kinder unerreichbar aufbewahren.
  • Einen Feuerlöscher oder einen Kübel Wasser bzw. eine Löschdecke beim Anzünden des Weihnachtsbaums oder von Kerzen immer in Griffweite stellen, damit im Ernstfall keine Zeit verloren geht. Beim Löschen nicht zögern

Aufgerufen am 18.01.2022 um 12:02 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/zell-am-see-feuerwehr-rettet-bewusstlosen-mann-aus-brennender-wohnung-113343229

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