Chronik

Zell am See: Kündigte Mordverdächtiger im Internet einen Amoklauf an?

Nach der Ermordung einer 20-jährigen Frau in Zell am See sitzt ein 17-jähriger Pinzgauer wegen dringenden Tatverdachts in U-Haft. SN-Recherchen zufolge soll der Bursch kurz vor Weihnachten in einem Videospiel-Chat einem deutschen Chatteilnehmer einen Amoklauf angekündigt haben. Zum Tatvorwurf aussagen will der 17-Jährige erst am 9. Jänner bei seiner Haftprüfungsverhandlung.

Die brisante Information stammt offenbar von deutschen Kriminalisten und wurde der Salzburger Polizei übermittelt. Demnach chattete der 17-Jährige, der in Verdacht steht, am 20. Oktober die 20-jährige Zellerin erschossen zu haben, vom 22. auf den 23. Dezember mit einem Deutschen. Dabei soll der junge Pinzgauer von einem "Amoklauf" gesprochen und zudem angeblich geäußert haben: "Ich halte das nicht mehr aus. Die letzte Kugel behalte ich für mich".

Unbestätigten Hinweisen zufolge soll der 17-Jährige zuvor von einem anderen jungen Pinzgauer psychisch stark unter Druck gesetzt und bedroht worden sein. Dazu Polizeisprecher Hans Wolfgruber: "Ich kann lediglich bestätigen, dass der 17-Jährige mit einem deutschen Chatpartner in Kontakt war. Und dass es auch einen längeren Chatverlauf gibt. Aber bezüglich des Inhalts gehen wir derzeit von einer Unmutsäußerung in einem Videospiel-Chat aus."

Michael Ringl, der Verteidiger des mordverdächtigen 17-Jährigen, konnte die angebliche Ankündigung eines Amoklaufs seines Mandanten kurz vor Weihnachten auch nicht bestätigen: "Ich werde diese Information prüfen und mich zu gegebener Zeit dazu äußern." Ringl ergänzte, dass sich sein Mandant vorerst weiter nicht zum Vorwurf des Mordes äußern wolle. Allerdings, so der Anwalt, werde der 17-Jährige bei seiner Haftprüfungsverhandlung am 9. Jänner gegenüber der Haft- und Rechtschutzrichterin "dann Angaben zur Sache machen".

"Höchstwahrscheinlich" Tatwaffe sichergestellt

Am vergangenen Sonntag - also kurz nachdem die Salzburger Ermittler von ihren deutschen Kollegen über die brisanten Chat-Einträge des 17-Jährigen informiert worden waren - wurde der junge Pinzgauer festgenommen worden. Die Ermittler fanden in der Folge bei ihm eine Schreckschusspistole, die zu einer echten "scharfen" Waffe umgebaut worden war. Bei einer Durchsuchung seiner Räume im Haus der Eltern stellten die Beamten dann eine weitere umgebaute Schreckschusspistole sicher. Laut kriminaltechnischer Untersuchung handelt es sich bei einer der beiden umgebauten Schreckschusspistolen "höchstwahrscheinlich" um die Waffe, mit der die 20-Jährige erschossen worden war.

Hintergrund der Bluttat im Drogenmilieu? Oder doch eine Beziehungstat?

Nicht abwegig ist, dass der Hintergrund der Bluttat im Drogenmilieu liegen könnte. Die vor ihrer Wohnungstür in einem Mehrparteienhaus erschossene junge Frau war in den Suchtgifthandel verstrickt. Und der aus ihrem Bekanntenkreis kommende 17-Jährige war offenbar auch einer ihrer zahlreichen Drogenkunden - er soll mehrmals von der 20-Jährigen Marihuana gekauft haben. Abgesehen davon scheint wohl auch eine Art Beziehungstat nicht ausgeschlossen - Taverdächtiger und Opfer kannten sich seit längerem.

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