Chronik

Zinkenlifte: Geschäftsführer-Kür bringt SPÖ auf die Palme

Andreas Klimitsch übernimmt mit 1. September eine neue Funktion. Er wird Geschäftsführer der Zinkenlifte Bad Dürrnberg. Die SPÖ übt Kritik.

Der Rücktritt Peter Granders als Geschäftsführer der Zinkenlifte und des Stadtkinos im heurigen Frühsommer - nur rund ein halbes Jahr nach seiner Bestellung - kam für viele überraschend. Ein "Headhunter" habe ihn abgeworben, war damals die knappe Reaktion der Stadtverwaltung. Grander selbst ließ durchblicken, er habe andere Rahmenbedingungen erwartet.

Auf die zweite Neuausschreibung des Geschäftsführer-Postens innerhalb eines Jahres hin meldeten sich im Juni neun Bewerber. Eine Hearingkommission, der der Stadtamtsdirektor, dessen Stellvertreterin, die Leiterin der Personalverwaltung und der stellvertretende Vorsitzende des Beirats der Zinkenlifte angehörten, siebte gleich einmal sechs Bewerber aus.

Die aus Sicht der Kommission aussichtsreichsten drei Kandidaten wurden zum Gespräch (Hearing) geladen. In dem daraufhin an den politisch besetzten Beirat (4 Mitglieder ÖVP, 2 SPÖ, 1 NEOS) übermittelten Reihungsvorschlag fand sich Andreas Klimitsch nur an zweiter Stelle. Der Beirat sprach sich einstimmig für den erstgereihten Kandidaten - einen Enkel eines früheren Bürgermeisters - aus.

Zum Zug kam schließlich doch Andreas Klimitsch, weil der Erstgereihte seine Bewerbung aus persönlichen Gründen kurzfristig zurückzog. Stadtamtsdirektor Erich Angerer betont, Nuancen wie etwa die geografische Nähe hätten über die Reihung entschieden. "Das schmälert sicher nicht die Bewertung von Andreas Klimitsch", sagt Angerer.

Anders sieht das Rosa Bock, SPÖ-Stadtparteivorsitzende und eines der zwei roten Beiratsmitglieder, die Klimitsch die Zustimmung verweigerten. Sie betont, nichts davon gewusst zu haben, dass es mehr als die dem Beirat präsentierten Bewerber gab. Weiters habe es im Reihungsvorschlag der Hearingkommission noch geheißen, Klimitschs Gehaltsvorstellungen seien "nicht erfüllbar" und seine Geschäftsführertätigkeit deshalb "kaum von langer Dauer". Was Bock nicht erwähnt, ist, dass Klimitsch laut Hearingkommission "mit seiner Persönlichkeit, seinen Ideen, seiner Umsetzungsstärke und mit seiner Führungs- und Projekterfahrung" überzeugte.

"Der Posten sollte neu ausgeschrieben werden." Rosa Bock, SPÖ Hallein

Ein weiterer Kritikpunkt Bocks ist die fehlende Erfahrung des neuen Geschäftsführers im Tourismusbereich. "Für mich entsteht der Eindruck, dass die Stadtgemeinde Hallein alles vorbereitet, um das ,ungeliebte Kind' Zinkenlifte über kurz oder lang zusperren zu können", sagt Bock. So habe es schon unter der früheren Geschäftsführerin Gabi Pichler erhebliche Verluste gegeben. "Auch ihr Nachfolger konnte nicht viel machen, auch wenn er sich redlich bemüht hat", meint Bock und fügt hinzu: "Der Posten sollte neu ausgeschrieben werden."

Sowohl die Kritik an der fehlenden Tourismus-Erfahrung als auch an den Gehaltsvorstellungen Klimitschs weist Stadtamtsdirektor Erich Angerer zurück: "Es wurde laut Ausschreibungstext kein ausgewiesener Tourismusfachmann gesucht." Konkrete Gehaltsvorstellungen habe Klimitsch in seiner Bewerbung gar nicht geäußert.

Kritik am Ablauf des Auswahlverfahrens kommt auch von einem Bewerber, der bereits zu Beginn ausgesiebt wurde. Es habe "kein Hearing, kein Gespräch, vor allem keinen sportlichen Wettbewerb um diese interessante Position" gegeben, heißt es in einem Schreiben, das den TN vorliegt. Der Ablauf des Verfahren sei "seltsam" gewesen - bis hin zur Absage, von der der Kandidat erst auf Nachfrage am Telefon erfahren habe. Auch hier hält Angerer dagegen: "Die Vorselektion der aussichtsreichsten Bewerber durch Verwaltungsbedienstete der Stadt ist gängige Praxis bei derartigen Ausschreibungen."

Der ausgebildete Diplom-Handelsfachwirt Andreas Klimitsch (43) aus Krispl war zuletzt als Spartenleiter für Landtechnik beim Raiffeisenverband Salzburg tätig und als solcher für mehr als 100 Mitarbeiter verantwortlich.

Bestellt wird der Geschäftsführer formell vom Bürgermeister auf Empfehlung des Beirats. Gerhard Anzengruber (ÖVP) lässt auf TN-Anfrage auch keinen Zweifel daran, dass er Klimitsch mit 1. September zum Geschäftsführer bestellen wird: "Natürlich folge ich der Mehrheit im Beirat, sonst wäre der ganze Ablauf ja umsonst."

Auf die Kritik der SPÖ-Beiratsmitglieder will Anzengruber gar nicht weiter eingehen: "Ich weise diese rufschädigende Vorgehensweise auf das Schärfste zurück."

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