Chronik

Zivilgesellschaft stärken: Regionalkooperationen feiern 25 Jahre

Seit 25 Jahren kooperiert das Land Salzburg mit Tansania und El Salvador. Die SN sprachen mit dem Gründer des Vereins Intersol, der für San Vincente zuständig ist: Warum Hans Eder in El Salvador als historischer Verbündete bezeichnet wird.

Hans Eder (rechts) ist der Direktor des Vereins Intersol, der Projekte mit San Vincente in El Salvador koordiniert. Biologische Landwirtschaft ist dabei ein wichtiger Schwerpunkt.  SN/privat
Hans Eder (rechts) ist der Direktor des Vereins Intersol, der Projekte mit San Vincente in El Salvador koordiniert. Biologische Landwirtschaft ist dabei ein wichtiger Schwerpunkt.

Das Land Salzburg begann vor einem Vierteljahrhundert Kooperationen mit zwei Regionen: Singida in Tansania und San Vincente in El Salvador. Die Projekte sollen die Zivilgesellschaft stärken, die beiden Initiativen werden mit jeweils 70.000 Euro im Jahr gefördert. "In Singida werden Schwerpunktdörfer drei bis fünf Jahre begleitet, um die Lebensqualität zu verbessern", sagt die Koordinatorin des Tansania-Vereins, Judith Schröcksnadel.

Einer, der in El Salvador von Anfang an dabei war, ist Hans Eder. Er habe damals das Konzept für den Verein Intersol ausgearbeitet, sagt der 67-jährige Salzburger. Die Region habe er ausgewählt, weil die Folgen des Bürgerkriegs dort besonders groß waren: "San Vincente ist komplett entvölkert worden in dieser Zeit", sagt Eder.

Heute gehen zwei Drittel des Intersol-Budgets in landwirtschaftliche Entwicklung. "Wir wollen mit den Menschen vor Ort den Biolandbau vorantreiben." Intersol importiere mittlerweile Cashews und Trockenfrüchte aus dem südamerikanischen Land nach Salzburg.

Der zweite Schwerpunkt in El Salvador sei die Emanzipation von Frauen. "Mehrere Frauen, die als Guerilla-Kämpferinnen nach Veränderungen gestrebt haben, leiten nun die Organisationen vor Ort", sagt Eder. "Ich bin persönlich sehr beeindruckt von ihnen."

Jedes Jahr verbringt der Salzburger zwei bis drei Wochen in El Salvador. "Wir begleiten die Menschen in dem Prozess der politischen Befreiung", sagt Eder. Für ihn sei es interessant, welche Geschichten die Menschen in San Vincente erzählen. "Ich will hören, welche Utopien sie entwickeln." Jugendliche aus der Region hätten sich nicht der Karawane angeschlossen, die in die USA flüchten wollten. "Sie sagen, dass die Regionalkooperation eine zusätzliche Möglichkeit biete, die Region zu stabilisieren. Aber natürlich sind wir keine Heilsbringer", sagt der Salzburger.

Eder ist mittlerweile in Pension, engagiert sich jedoch weiterhin. Sein Antrieb: Die Menschen in San Vincente bezeichnen ihn als historischen Verbündeten. "Ich kann nicht einfach sagen, ich bin jetzt in Pension, ich wünsche euch alles Gute. Gemeinwohlentwicklung hat kein Ablaufdatum."

Am Donnerstag findet ab 19 Uhr im Stadtwerk Lehen in der Strubergasse 26, Stadt Salzburg, die Jubiläumsfeier "25 Jahre - drei Kontinente" der Regionalkooperationen mit Tansania und El Salvador statt. Mehr Information: gofairsalzburg.com

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