Chronik

Zoo Salzburg: Verletzter Fischotter wieder in Freiheit

Einen nach einem Autounfall schwer verletzten Fischotter haben Mitarbeiter des Salzburger Zoos retten können. Jetzt ist das streng geschützte Tier wieder in Freiheit.

Am Samstag, 5. August, wurde gegen 22 Uhr ein schwer verletztes Fischotter-Männchen von der Salzburger Berufsfeuerwehr an der Sinnhubstraße aufgefunden.

Die Feuerwehr brachte den verunglückten Otter zur Maxglaner Tierärztin Eva Haberpeuntner. Da das Tier aus der Nase, den Ohren und an einer Pfote blutete, lag die Vermutung nahe, dass er von einem Auto angefahren wurde. Auf Grund seiner offensichtlichen Verletzungen und seines apathischen Verhaltens schien die Aussicht auf Genesung eher gering. Dank intensiver veterinärmedizinischer Erstbetreuung von Eva Haberpeuntner hat das Fischotter-Männchen jedoch die Unfallnacht überlebt.

Großer Überlebenswille

Schon am darauffolgenden Tag schien sich der etwa sechs Kilogramm schwere Otter vom Unfall zu erholen. Eva Haberpeuntner nahm deshalb Kontakt mit dem Zoo Salzburg auf, weil der Zoo über eine Pflegestation für Wildtiere verfügt. Zootierärztin Miriam Wiesner übernahm den Otter in ihre Obhut und sorgte für die weitere veterinärmedizinische Betreuung.

"Aktiver Tierschutz zählt zu den Hauptaufgaben des Zoos. Ein verletztes Wildtier bei uns aufzunehmen und gesund zu pflegen, ist immer ein großartiges Ereignis", berichtet Zoo-Geschäftsführerin Sabine Grebner.

"Dank der guten und raschen Zusammenarbeit aller Beteiligten hat der Fischotter überlebt. Es ist für uns alle daher eine riesengroße Freude, dass der Fischotter nun am Montag in der Nähe der Unfallstelle im Sankt Peter Weiher gesund und munter frei gelassen werden konnte."

Europaweit geschützte Tierart

Der Naturschutzbund, der den Fischotter in seinem Logo trägt, verfolgt seit rund 20 Jahren mit großem Interesse nicht nur in Salzburg die natürliche Ausbreitung seiner Bestände, erzählt Biologe und Landesgeschäftsführer Hannes Augustin. Seit fast zwei Jahrzehnten leben Otter in Salzburg.

Erfreulicherweise sind diese gestiegen: Im Jahr 2009 wurde der landesweite Bestand auf 27 Tiere geschätzt. Laut einer aktuellen Studie von Andreas Kranz und Lukas Polednik (2016) hat sich die Zahl in Salzburg auf etwa 132 Tiere erhöht. In den kommenden Jahren könnte sich diese um etwa 10 bis 20 Prozent weiter steigern, da geeignete Lebensräume noch vorhanden wären.

In der "Roten Liste der gefährdeten Säugetiere Österreichs" ist dieser Marder als eine vom Aussterben bedrohte Art in der höchsten Gefährdungskategorie gelistet. Er ist in allen neun österreichischen Bundesländern unter Schutz gestellt. Mit der Unterzeichung des Washingtoner Artenschutzabkommens ClTES, der Berner Konvention und der Fauna-Flora- Habitat-Richtlinie der EU hat sich Österreich zum Schutz der Fischotter verpflichtet.

In der Stadt Salzburg sind nur wenige Tiere - meist aufgrund von Losungsfunden (Exkrementen) an Bächen wie der Salzach, Glan, am Alterbach oder der Saalach - nachgewiesen. Sein Vorkommen ist eine Bereicherung der Artenvielfalt und gehört wie Eichhörnchen, Rehe und Igel zu unserer heimischen Fauna.

Wegen der gering bleibenden Bestandszahl und seiner dämmerungsaktiven Lebensweise, werden ihn Menschen in unseren Naturlandschaften kaum zu Gesicht bekommen. Falls jemand dennoch Fischotter beobachten möchten, empfiehlt Hannes Augustin den Zoo Salzburg zu besuchen.

(SN)

Der Fischotter während der Behnadlung im Salzburger Zoo. SN/zoo salzburg/christine beck
Der Fischotter während der Behnadlung im Salzburger Zoo.
Kurz nach der Einlieferung. SN/zoo salzburg/christine beck
Kurz nach der Einlieferung.
Wieder in Freiheit. SN/zoo salzburg/christine beck
Wieder in Freiheit.
Wieder in Freiheit. SN/zoo salzburg/christine beck
Wieder in Freiheit.

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