Chronik

Zum Jubiläum kauft sich Georg Imlauer sein fünftes Hotel

Vor 20 Jahren startete der gebürtige Pinzgauer mit 36.000 Euro eine nicht alltägliche Karriere.

Noch heuer wird Georg Imlauer ein fünftes Hotel erwerben. "So viel kann ich verraten: Es ist ein Salzburger Vier-Sterne-Hotel mit mehr als 100 Betten." Damit wird der Gastronom und Hotelier erstmals über mehr als 1000 Betten verfügen. Ein weiteres Projekt steht in Wien an: Dort hat Imlauer ein Nebenhaus seiner beiden Hotels gekauft. Mittelfristig will er das derzeit als Schulungszentrum des Magistrats Wien genutzte Gebäude zu seinem sechsten Hotel umbauen - mit Seminarzentrum und 120 Betten.

Es war vor 20 Jahren, als sich der Koch und Kellner Georg Imlauer mit 500.000 Schilling (rund 36.000 Euro) selbstständig machte. Damals pachtete er das Hotel Stieglbräu und das Restaurant Stieglkeller. Das Hotel führt Georg Imlauer nach wie vor in Pacht - heute als "Hotel Bräu Imlauer".

Damals, vor 20 Jahren, habe das Geld gerade gereicht, um Geschirr, Besteck und Tischdecken zu kaufen, erinnert sich der Hotelier. Auch heute könne man sich in der Hotellerie oder Gastronomie mit verhältnismäßig wenig Kapital selbstständig machen. "Es gibt eine Menge Betriebe, die übernommen werden wollen", sagt Imlauer. Fast wichtiger als Geld seien Fach- und Sozialkompetenz. Letztere sei ihm als jüngstem von acht Kindern einer Bauernfamilie in Saalfelden mitgegeben worden. "Ich hatte fünf ältere Schwestern, und damit sozusagen sechs Mütter." Auch kaufmännische Fähigkeiten wurden ihm in die Wiege gelegt. "Wir haben als Kinder Kartoffeln geerntet und dann im Dorf verkauft. Weil ich so ein lieber kleiner Bub war, haben mir alle etwas abgekauft." Heute lädt der 57-Jährige seine Geschwister regelmäßig zu sich ein und bezieht die 12.000 Biofreilandeier, die er monatlich in den Restaurants und im Hotel Pitter benötigt, vom elterlichen Bauernhof. Auch andere Produkte stammen soweit möglich aus der Region. Das gilt auch für die Firmen, die er für seine Umbauten braucht.

Georg Imlauer ist österreichweit einer der wenigen Kellner mit Meisterbrief. Dass der "Serviermeister" aus der Mode gekommen ist, findet er schade. "Ein guter Ober ist eloquent, spricht mehrere Sprachen und verfügt über ein gutes Allgemeinwissen. Wenn Sie einen Gast bedienen, sollten Sie das auf Augenhöhe tun. Leider wird dieser Beruf unterschätzt."

Zwei Jahre nach dem Schritt in die Selbstständigkeit kaufte er das ehemalige Quelle-Haus und baute es zum Hotel Imlauer um. Es folgten zwei Hotels in Wien und der Kauf des Hotel Pitter in Salzburg. "Das war ein Kraftakt. Da habe ich fast 60 Millionen Euro investiert. Alle grauen Haare, die Sie sehen, stammen aus der Zeit. Aber meine Friseurin sagt, gefärbt wird nicht", erzählt er.

In den ersten Wochen des Restaurants Sky Bar im sechsten Stock waren es der Chef und sein Sohn Thomas, die sich mit um die Gäste gekümmert haben. "Natürlich passieren am Anfang Fehler. Wenn die Gäste sehen, dass auch der Chef rennt und sich jeder bemüht, sind sie bereit, das zu verzeihen." Zudem habe er die Erfahrung gemacht, dass mit jedem höheren Stockwerk auch die Arroganz des Personals steige. Das sehe er in anderen Häusern und das sei auch im Betrieb von Imlauers erstem Arbeitgeber und langjährigem Mentor so gewesen. "Wer charmante Mitarbeiter möchte, muss das als Chef vorleben", sagt Imlauer und verweist stolz darauf, dass die Hälfte seiner Gäste Einheimische seien. Die Mitarbeiter hält er entscheidend für den Erfolg. Dass das keine leere Floskel ist, wird klar, wenn Imlauer von seinen 40 Lehrlingen berichtet, die regelmäßig Topplätze in Wettbewerben erreichen. Oder wenn er von der Mitarbeitersozialstiftung spricht. "Da helfen wir bei Krankheiten oder Schicksalsschlägen."

Stolz sei er darauf, dass seine Betriebe schwarze Zahlen schreiben, was in der Branche nicht selbstverständlich ist. "Reich" sei er aber nicht. "Ich habe eigentlich viele Schulden. Wenn man in so kurzer Zeit so stark wächst, geht das nicht ohne Fremdkapital." Für teure Hobbys würde ihm ohnehin die Zeit fehlen. Ausnahme ist ein Cabrio aus der englischen Manufaktur Morgan. "Es ist sehr puristisch, aber kein Protzauto."

Daten & Fakten

Haus mit Tradition

2008 erstand Georg Imlauer das Hotel Pitter. 2014 startete der Umbau, 2018 wurde es mit 192 Zimmern, Veranstaltungsräumen, dem revitalisierten Pitterkeller und dem Restaurant Sky Bar neu eröffnet."Hier wurden der Tourismusverband und die HOGAST und das Salzburg Convention Bureau gegründet."

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