Chronik

Zwei Herzbuam mit guter Idee

Der Muttertag war schuld daran. Die Cousins bauten für ihre Mütter Herzen aus Metall. Diese beeindruckten - geschmückt mit Blumen - die Nachbarn. So wurde die Idee bald zur Geschäftsidee.

Als „Herzbuam“ haben sie sich bereits einen guten Namen gemacht: Jürgen und Christoph Kobler.  SN/sw/standl
Als „Herzbuam“ haben sie sich bereits einen guten Namen gemacht: Jürgen und Christoph Kobler. 

Zwei Cousins hatten vor wenigen Jahren eine besondere Idee: Die handwerklich geschickten Burschen wollten ihren Müttern etwas Besonderes zum Muttertag schenken. Und so zeigten sie ihre "Herzlichkeit" mit Werkstücken aus Metall, um die Mütter zu beeindrucken. Das hat funktioniert.

Eine Mutter wollte, weil es ihr so gefiel, auch die anderen Dorfbewohner glücklich machen. Deshalb stellte sie das Metallherz blumengeschmückt in ihren Garten. Der Hof des Scharlbauern in Oberweißau in Lochen am See steht direkt an der Straße und wird immer wieder bewundert, weil er ein "Schmuckkastl" ist. Mit dem neuen Herz wurde die Aufmerksamkeit der Spaziergänger noch erhöht. Viele Nachbarn und Passanten wollten wissen, wo es so etwas zu kaufen gebe.

"Das machen unsere Buam", sagte die Bäuerin stolz. In der Folge kamen die jungen Männer zu neuen Aufträgen. Jürgen Kobler (24) ist Programmierer, Christoph Kobler (23) gelernter Schlosser und seit Kurzem auch Maschinenbaumeister.

Beide arbeiten in Metallbaufirmen und kennen sich deshalb auch besonders in der Metallverarbeitung aus. Hatten sie zu Beginn die Herzen noch selbst händisch aus dem Metall gesägt, so entwickelten sie inzwischen ein Programm, mit dem sie die verschiedenen Formen am Computer zeichnen. Sie werken mit einem besonderen CAD-Programm und schneiden mit Lasertechnik die Formen aus.

Manchmal vergeben sie die Aufträge auch an eine Schlosserei, wenn "Großbestellungen" bei ihnen einlangen. Damit haben sie allerdings zu Beginn nicht gerechnet.

Viele Interessierte kommen selbst bei ihnen vorbei oder bestellen im Olineshop unter www.kobler-metallherzen.at. Oder die Oma, eine Altbäuerin mit einem großen Bekanntenkreis, akquiriert die Aufträge. Bestellt werden Herzen in verschiedenen Größen.

Von Serviettenhaltern bis zu Trägern, in denen Blumentöpfe stehen, oder besonders große als Blumenhalter in Gärten. Oder auch neben offenen Wohnzimmerkaminen mit der Möglichkeit, Holzscheite darin aufzubewahren. Familien und Vereine haben bereits Herzen mit ausgefrästen Inschriften für Glückwünsche anfertigen lassen. "Den Wünschen der Kunden sind keine Grenzen gesetzt. Auch Figuren, Schilder oder Wappen sind möglich", sagen die Erfinder. Sie machen aus der angewandten Technik kein Geheimnis: Die ausgeschnittenen Teile werden so gefertigt, dass sie gesteckt und nicht geschweißt und trotzdem sehr kompakt sind.

"Es gibt zwei Varianten: Eine in Stahl, die legen wir drei Wochen in Salzwasser, und eine in Edelstahl mit Spiegeloptik. Es soll trotzdem unser Hobby bleiben, auch wenn es viele Aufträge gibt", schildern die findigen Burschen.

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