Chronik

Zwei Schüler wegen in Brand gesteckter Mülltonnen und mehrerer Raubvorwürfe in Salzburg vor Gericht

Zwei Schüler, 14 und 15 Jahre alt, standen am Dienstag am Landesgericht Salzburg wegen schwerer Sachbeschädigung und wegen Raubes vor Gericht. Sie sollen im Vorjahr in der Stadt Salzburg zwei Mistkübel, einen Müllcontainer und einen Verteilerkasten in Brand gesetzt und einem Burschen dessen Handy geraubt haben. In Kuchl sollen sie zudem einem Buben zwei Fünf-Euro-Scheine und einem anderen dessen Rucksack geraubt haben.

Symbolbild.  SN/APA/HERBERT PFARRHOFER
Symbolbild.

Die bisher gerichtlich unbescholtenen, aber bei Polizei und Staatsanwaltschaft schon amtsbekannten Teenager befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Einige der ihnen vorgeworfenen Taten sind auf Überwachungskameras festgehalten worden. Die Schüler waren beim Prozess zu den insgesamt sechs vorgeworfenen Fakten zum Teil geständig. Am Nachmittag sollten noch Zeugen einvernommen werden.

Die Ermittlungen wegen einer Serie von Bränden in Müllcontainern hat zu den beiden Beschuldigten geführt. Sie wurden in der Nacht auf Sonntag, 22. November, im Salzburger Stadtteil Taxham festgenommen, weil sie im dringenden Verdacht stehen, einen Müllcontainer und einen Verteilerkasten in Brand gesetzt zu haben. Der 15-jährige Albaner und der 14-jährige Salzburger wurden wenig später wieder auf freien Fuß gesetzt.

Burschen zeigten sich vor dem Jugendgericht teilgeständig

Noch am selben Tag sollen sie in einem Park in der Stadt Salzburg ihrem Opfer unter Drohungen das Handy weggenommen haben, was die Angeklagten vor dem Vorsitzenden des Schöffensenates, Richter Thomas Tovilo-Moik, allerdings bestritten. "Es gab keinen Bereicherungsvorsatz. Er wollte das Handy am Montag wieder zurückgeben", sagte der Verteidiger des 14-Jährigen, Rechtsanwalt Jürgen Pföstl. Sein Mandant sei leicht manipulierbar und habe unter Einfluss einer Clique Straftaten begangen.

Vorwurf: Nur Stunden nach kurzfristiger Festnahme einem Buben das Handy abgenötigt

Der 15-jährige Erstangeklagte schilderte dem Richter, dass er wegen "Problemen in Albanien" ganz allein nach Österreich gekommen sei. Zuletzt wohnte er in einer Wohngemeinschaft im Flachgau, wo er laut dem Richter sehr gut betreut worden sei und auch eine Psychotherapie erhalten habe. "Warum sind Sie abgehaut?", fragte er. "Vielleicht habe ich schlechte Freund gehabt", lautete die Antwort.

Als er in dem Park nach dem Handy des Burschen verlangt habe, da habe er schon wieder vergessen, dass er gerade aus der Festnahme entlassen worden war. "Ich habe nicht nachgedacht", sagte der 15-Jährige. Er war zu einigen Fakten geständig, den Raub von zwei Fünf-Euro-Scheinen habe er aber nicht verübt. "Ich habe ihm nichts weggenommen", beteuerte er. Und am 22. November habe er den Müllcontainer und den Verteilerkasten ganz allein angezündet.

Der entstandene Sachschaden beläuft sich laut Anklage auf mehr als 5000 Euro. Im Herbst 2020 haben mehr als zwei Dutzend Müllcontainer-Brände die Exekutive in Salzburg auf Trapp gehalten. Laut Polizei zählten die beiden Angeklagten im November zum Kreis jener sechs Verdächtigen im Alter zwischen 14 und 20 Jahren, die nach Erhebungen am Radar der Kriminalisten standen.

Schöffensenat verhängte teilbedingte Haftstrafen

Nach langwierigem Beweisverfahren wurden die beiden teilgeständigen Burschen am Abend großteils anklagekonform schuldig erkannt. Die beiden erhielten jeweils 18 Monate teilbedingte Haft, sechs Monate davon wurden unbedingt verhängt. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

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