Salzburg

Den Sommer begleitet ein Fragezeichen

Globalisierte Kunst. Die Sommerakademie stellt sich Zukunftsfragen.

Den Sommer begleitet ein Fragezeichen SN/heinz bayer
„Kunsttechniken werden heute kaum noch gelehrt“, so Hildegund Amanshauser.

Um es kulinarisch auszudrücken: Wird, was da kommt, am Ende ein Big Mac sein? Droht der Kunst die McDonaldisierung? Oder wird sie in einer globalisierten Welt keinesfalls vereinheitlicht, sondern durch neue Zutaten zu einem furiosen Menü mit neuen, überraschenden Geschmacksrichtungen?

Und, ebenfalls eine zentrale Frage:
Wie schafft es zum Beispiel eine Kuratorin oder ein Kurator, gänzlich Neues aufzuspüren? Wie bleibt es möglich, die Übersicht zu bewahren? Welche Hilfsmittel und Strategien bieten sich an, um zu navigieren?

Die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg stellt heuer sich selbst und ihrer Arbeit ein Fragezeichen voran. "Globale Akademie? Kunst lernen und lehren in der globalisierten Welt" lautet der Titel einer Tagung (5. und 6. August in Salzburg), die im Rahmen der Akademie stattfindet. Breiten Raum in der Diskussion dürfte auch die Entwicklung einnehmen, "dass auf die Vermittlung von Techniken an den Kunstakademien mehr und mehr verzichtet wird. Es herrscht die Meinung vor, Aktion und Konzepte wären wichtiger. Aber wenn Wissen, wie etwa in der Druckgrafik verschwindet, dann tut es das für immer", schildert Hildegund Amanshauser, die Leiterin der Sommerakademie die Gefahr.

800.000 Euro umfasst das Budget der Sommerakademie heuer. Jeweils knapp 270.000 Euro Förderung kommen von Land und Stadt. Der Bund fördert punktuell. 200.000 Euro werden über Kursgebühren eingenommen. 288 Studierende nehmen von 18. Juli bis 27. August an
22 Kursen teil. 19 finden auf der Festung Hohensalzburg statt.

Sie ist auch die eigentliche und ursprüngliche Heimat. "Erfunden" von Oskar Kokoschka und organisiert vom Galeristen Friedrich Welz, fand die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg, auch oft als "Schule des Sehens" benannt, erstmals im Sommer 1953 statt.

Über sechs Wochen erstrecken sich die Workshops und Kurse der Sommerakademie heuer. Um die Salzburgerinnen und Salzburger teilhaben zu lassen, gibt es
31 öffentliche Veranstaltungen - 13 Kunstgespräche etwa, vier Stadtspaziergänge, sechs Tage der offenen Türen und eben auch die Tagung zum Thema "Globale Akademie?"

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