Kultur

Am Mondsee kann man in Klängen baden

Das Jubiläum der 30. Auflage feiern die Musiktage Mondsee 2018 mit leisen Tönen. Heuer steht Titan Beethoven im Zentrum. Das Festival startet heute.

Matthias Lingenfelder und Andreas Arndt vom Auryn Quartett, Obmann Johannes Kotschy und Geschäftsführer Walter Drewes (von links). SN/florian oberhummer
Matthias Lingenfelder und Andreas Arndt vom Auryn Quartett, Obmann Johannes Kotschy und Geschäftsführer Walter Drewes (von links).

Der See inspiriert die Künstler. Seit knapp 150 Jahren entfliehen Kreative im Hochsommer der Großstadt, um als Sommerfrischler neuen Atem zu schöpfen. Als Folge der Künstlerdichte sind an den Seen des Salzkammerguts zahlreiche Festivals entstanden.

Nahe der Salzburger Landesgrenze locken seit fast 30 Jahren die Musiktage Mondsee Kulturfreunde ins altehrwürdige Schloss. "Während der Musiktage leuchtet Mondsee", sagt Johannes Kotschy. Der Komponist lebt seit über 30 Jahren hier und führt als Musiktage-Obmann eine reiche musikalische Tradition im Ort weiter. Bereits in den 1930er Jahren beehrten Großmeister wie Béla Bartók hier eine Musikakademie.

1988 entdeckte der Pianist András Schiff den Ort für sich und bewegte befreundete Künstler zum Aktivurlaub nach Festspielende. Die Musiktage Mondsee waren geboren. Schiffs Bemühungen ist auch der Bau eines geeigneten Konzertsaals im Schloss Mondsee zu verdanken.

Auch die Nachfolger Julia Stemberger, Christian Altenburger und Heinrich Schiff beschworen den Geist von Mondsee, Kammermusik in aller Freiheit und Ruhe gemeinsam zu erarbeiten. Seit 2011 trägt das deutsche Auryn Quartett die künstlerische Verantwortung. "Wir versuchen, einen roten Faden durch die neun Festivaltage zu ziehen", sagt Primgeiger Matthias Lingenfelder. Die Konstanten der elf Konzerte vom 1. bis 9. September sind Wolfgang Rihm als "Composer in Residence" und die Zentralfigur Ludwig van Beethoven. "Die Vielfalt seines Werks ist einzigartig", sagt Cellist Andreas Arndt. Musikalische und literarische Verbindungslinien reichen einander die Hand. Am 8. September musizieren Benjamin Schmid und Ariane Haering Beethovens "Kreutzer-Sonate", Burg-Schauspieler Joseph Lorenz liest aus Tolstois gleichnamiger Novelle.

Heimvorteil genießen die Schwestern Maria und Beatrice Holzer-Graf aus Mondsee, die am 9. September eine Matinee gestalten. Die Mondseer stellen auch rund die Hälfte der Konzertbesucher, wie Geschäftsführer Walter Drewes anmerkt: "Lange Zeit hat der Ort die Musiktage nicht wirklich angenommen. Mittlerweile ist unser Verein von 28 auf 140 Personen angewachsen." Mitglieder kommen in den Genuss musikalischer Landpartien und regelmäßiger "Klassik-Cafés".

2018 feiern die Musiktage ihr 30-Jahr-Jubiläum. "Wir widmen uns Schubert und Fauré", verrät Arndt. Zwei Meister leiser Töne am idyllischen Mondsee - klingt nach idealer Sommerfrische.

Quelle: SN

Aufgerufen am 18.11.2018 um 09:06 auf https://www.sn.at/salzburg/kultur/am-mondsee-kann-man-in-klaengen-baden-16944247

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