Kultur

Anni Haitzmann: Die Mutter aller Tonspuren

Die Unkenerin hat es geschafft, hochwertige Kultur am Asitz zu etablieren.

Seit elf Jahren organisiert sie die Konzertreihe „Tonspuren“ – Anni Haitzmann.  SN/sw/Andreas Rachersberger
Seit elf Jahren organisiert sie die Konzertreihe „Tonspuren“ – Anni Haitzmann.

"Es ist das Wesen des Tones, dass er umso mächtiger und magischer wird, je enger er mit der Natur im Einklang steht." Mit einem Zitat des indischen Musikers Hazrat Inayat Khan beschreibt Anni Haitzmann den besonderen Reiz der "Tonspuren" inmitten der Bergwelt.

Die Konzertreihe am Asitz gibt es diesen Sommer zum elften Mal, seit der Premiere ist die Unkenerin die Organisatorin. "Die Familie Altenberger und die Bergbahnen hatten einen langen Atem. Eine hochwertige Kulturgeschichte am Land ist kein Selbstläufer", sagt Haitzmann. Es hat funktioniert, wenn auch zögerlich. "Anfangs waren einmal bei einem 25-köpfigen Chor mehr Musiker da als zahlendes Publikum. Mittlerweile kommen bis zu 650 Leute zu den Konzerten." Nur das Wetter meinte es in den letzten Jahren nicht gut mit den Veranstaltern. Die neue Bühne beim Speicherteich am Asitzgipfel wurde überhaupt erst ein Mal mit einem Tonspuren-Konzert bespielt. Und heuer heißt es wieder improvisieren, denn die Asitzmuldenbahn wird erneuert, am Berg ist eine Baustelle. Als Alternative gibt es eine Freiluftbühne nahe der Bergstation der Asitzbahn.

Haitzmann hat eine durch und durch musikalische Familie, auch ihre vier Kinder sind allesamt eng damit verbunden. Tochter Sunhild ist Volksschullehrerin und gibt Klavierunterricht, Simon (auch Kapellmeister in Unken) und Manuel sind Musiklehrer und spielen in Ensembles. Der jüngste Sohn Matteo hat im Vorjahr das Jahresstipendium für darstellende Kunst erhalten, unter anderem ist er Teil des zeitgenössischen Volksmusik-Quintetts "Alma". "Sie sind mit Instrumenten aufgewachsen. Früher war ich fast hauptberuflich der Taxichauffeur zu Musik-Unterrichtseinheiten", sagt die pensionierte Sonderschullehrerin.

Das erste der heurigen "Tonspuren"-Konzerte fand Ende Juni statt, es wurde bei stürmischem Wetter ins Asitzbräu verlegt. An den weiteren vier Donnerstagabenden hofft Haitzmann auf bessere Bedingungen. Zum Beispiel am 9. August bei einer Neuheit: Mit "Carmen" wird zum ersten Mal eine Opernproduktion am Asitz aufgeführt. Für die nächsten Jahre sei auch ein Musical oder eine Operette denkbar.

Heute, Donnerstag, ist auf der "Tonspuren"-Bühne wieder Betrieb - mit dem Konzert von "Dreamers' Circus". Restliches Programm online: www.tonspurenamasitz.com

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