Kultur

"Aus an b'sundern Holz" geschnitzt

Lange Jahre war Josef Radauer Teil des Tobias-Reiser-Ensembles, hat eng mit dessen Vater Tobi zusammengearbeitet. Nun leitet er den "Salzburger Hirtenadvent", das Adventsingen in der Tradition der Reisers.


Auch er ist aus einem besonderen Holz geschnitzt - aus einem besonders musikalischen nämlich. Josef Radauer, der Bub, dessen Familie vom Gaisberg stammt und der in Aigen aufgewachsen ist. Schon als Siebenjähriger begeisterte er als "Sepperl" samt übergroßer Bassgeige Anfang der 1970er-Jahre bei Tobi Reisers Hirtenspiel das Publikum. Seither sind Hirten und Advent für ihn untrennbar miteinander verbunden. Mit Ausnahme des Präsenzdienstes stand er seit damals jedes Jahr auf der Bühne des Festspielhauses: als Hirtenbub, als Mitglied im Reiser-Ensemble seit 1981, als Regisseur, als Arrangeur für Tobi Reiser und generell als dessen rechte Hand.

Vor vier Jahren hat der Salzburger Musikverein die Verantwortung für das Tobi-Reiser-Adventsingen übernommen. Erstmals bringt er heuer unter der Gesamtleitung Radauers den "Salzburger Hirtenadvent" auf die Bühne der Großen Universitätsaula. "Wir fühlen uns ganz der Tradition von Tobi und der Gestaltung als Musiktheater von Tobias Reiser verpflichtet, das ist die Basis, unser Erbe. Auch wenn inzwischen vielleicht mehr von Radauer drin ist", gesteht der hauptberufliche Kontrabassist bei der Camerata Salzburg.

Verbindung von klassischer und Volksmusik

Dessen Gründer und langjährigen Leiter Sándor Végh bezeichnet Radauer ebenso als musikalische Leitfigur für sich wie Reiser. Wie es überhaupt die Verbindung von Volksmusik und klassischer Musik ist, die ihn seit Jahren an- und umtreibt. Mit dem Salzburger Hirtenadvent verfolgt der Musiker einen etwas anderen Anspruch als das Salzburger Adventsingen im Großen Festspielhaus, wo alles seinen Anfang nahm. "Die Volksmusik, also Reiser, steht im Mittelpunkt, und damit die Musik, die aus dem Volk kommt, die nicht ,gemacht' ist."

Dementsprechend besteht das Ensemble aus der typischen Besetzung mit Hackbrett, Zither, Harfe, Gitarre, Bassgeige, Geige und Flöte. Auf die Arbeit mit den Kindern - die zu einem großen Teil seine Frau Elisabeth übernimmt - legt Radauer großen Wert. "Ich weiß es aus eigener Erfahrung. Schon so früh auf der Bühne zu stehen, das prägt und bildet enorm die Persönlichkeit." Neben den Hirtenbuben und -mädchen, der Orgel, Schauspielern und einer Marionette kommen auch zusätzliche Bläser- und Sänger-Ensembles zum Einsatz. "Wir wollen damit die heimische Bevölkerung überzeugen und nicht die Touristen. Inzwischen hat es sich wohl schon ein wenig herumgesprochen, dass wir ein feines Adventsingen für die Salzburger geworden sind."

Der Salzburger Hirtenadvent, Große Universitätsaula

Es ist die Geschichte einer wundersamen weihnachtlichen Verwandlung: Ein Schnitzer sitzt in seiner Werkstatt. Seit sein Sohn ihn verlassen hat, hat er kein Werk mehr vollendet. Auf Weihnachten hin kommen viele aus dem Dorf mit ihren Wünschen - Reparaturen an Engeln, eine Marienstatue, neue Krippenfiguren. Jedes Stück ist mit schmerzlichen Erinnerungen verbunden. Das Holz als Metapher für Menschen, die man formen möchte, zu etwas ganz Besonderem ...
Premiere feiert das Stück am Freitag, 1. Dezember, 19 Uhr. Weitere Termine: 2., 3., 7., 8., 9. und 10. Dezember. Am 8. Dezember, 15 Uhr: Adventsingen für Kinder.

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