Kultur

Ballett: Dieser Nussknacker schwebt über die Bühne

Schneeflocken, Zuckerstangen, Weihnachtsbaum - und kleine Mäuse: Das "Nussknacker"-Ballett im Salzburger Landestheater stimmt auf Weihnachten ein.



Die Erzählung blieb bei der Premiere am Samstag sehr nah an der bekannten Geschichte vom Nussknacker von E. T. A. Hoffmann. Am Weihnachtsabend bekommt Klara von ihrem Patenonkel, dem Zauberer Drosselmeyer, ein besonderes Geschenk: einen Nussknacker, den das Mädchen sofort ins Herz schließt. Als sie auf einem Sofa mit dem Nussknacker im Arm aus Erschöpfung einschläft, passiert etwas Seltsames. Das Sofa beginnt zu schweben, im wahrsten Sinne des Wortes, kleine Mäuse erscheinen - entzückend die jungen Balletttänzer - und greifen Klara und ihren Nussknacker an. Mit der Hilfe Drosselmeyers wird die Macht des Mäusekönigs jedoch gebrochen und der Nussknacker verwandelt sich zurück. Denn die Figur aus Holz ist in Wahrheit ein junger Mann. Drosselmeyer nimmt die beiden mit auf eine Reise in eine Schneelandschaft und in ein Zuckerparadies. Mit der Zeit erscheinen alle Freunde und Verwandte Klaras und sie feiern ein Weihnachtsfest nach den Vorstellungen des Mädchens. Als Klara erwacht, erscheint Drosselmeyer in Begleitung eines jungen Mannes - vermutlich des Nussknackers. "Der Nussknacker" ist weltweit bekanntKomponist Pjotr Iljitsch Tschaikowsky schuf gemeinsam mit Ballettmeister Marius Petipa eines der bekanntesten Ballettstücke der Welt. In der Version von Peter Breuer sind jedoch nicht nur die Werke des alten Meisters zu hören. Er fügt Musik von Philip Glass hinzu, die etwa zu hören ist, wenn Klaras Patenonkel Zaubertricks vorführt. Dann wird es stets mystisch auf der Bühne. So auch die Musik, die diesen Effekt noch verstärken soll. Dies gelingt auch, jedoch wirken die Übergänge zurück zu Tschaikowsky oft etwas hart.

Moderne Elemente finden sich auch in der Choreografie wieder, die geschickt und teils auf humorvolle Weise mit den klassischen Tänzen kombiniert werden. Die Japanerin Eriko Abe gibt eine reizend agierende und sehr schön tanzende Klara, die sowohl mit "Drosselmeyer" Josef Vesely als auch dem "Nussknacker" Yoshito Kinoshita perfekt harmoniert. Grandios auch José Flaviano de Mesquita Junior, der in mehreren Rollen, etwa als Klaras Bruder, zu sehen ist. Schöne Bühne: Winterlandschaft und ZuckerparadiesBesonders gelungen ist die Bühnengestaltung von Court Watson. Er entführt die Ballettbesucher etwa in eine bezaubernde Winterlandschaft, in der Schneeflocken tanzen, und in eine bunte Welt aus Süßigkeiten.

Das Publikum dankt für diese Neuinterpretation des altbewährten Stoffs mit minutenlangem Applaus. Auch die kleinsten Premierenbesucher sind nach der Vorstellung vergnügt: "Ich freue mich schon so auf Weihnachten, Mama. Vielleicht wünsche ich mir heuer auch einen Nussknacker", sagt ein kleines Mädchen. "Die Mäuse laden wir aber nicht ein."

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