Kultur

Berchtoldvilla: Von Salzburg geht ein großer Zauber aus

Noch bis zum 25. 8. kann man in der Berchtoldvilla die Ausstellung "Salzburg - Magie und Wirklichkeit" bestaunen. Die 23 Mitglieder der Berufsvereinigung bildender Künstler (bv art) setzen sich dabei mit der Stadt Salzburg auseinander. Johann Schreilechner ist einer der Aussteller.

Inspiriert wurden die Künstler von der landschaftlichen Schönheit, der außergewöhnlichen Architektur oder der Geschichte der Stadt. Sie setzen sich auseinander mit der Magie des Geldes, der Macht der Gier - oder sie wundern sich: Wieso übt beispielsweise der "Jedermann" solch eine seltsame Faszination auf die hier lebenden Menschen aus?

23 Künstlerinnen und Künstler der bv art decken unterschiedlichste Sparten ab, um ihre Kunst auszudrücken: Vida Bokál Neugebauer arbeitet etwa mit Kalligraphie (Kunst des "Schönschreibens"), Christian Ecker bedient sich der Fotografie und Monika Hartls Gebiet ist jenes der Malerei.

Johann Schreilechner ist in der Bildhauerei zu Hause. Sein Werk hat der Gollinger "Jedermanns Handschlagqualität" genannt. Die Grundidee dahinter war, dass die Menschen heutzutage häufig nur mehr auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Echte Handschlagqualität sucht man oft vergeblich. Mit seinem Triptychon möchte Schreilechner sich kritisch mit der Gesellschaft auseinandersetzen. Ist diese ohne moralische Werte, ohne jegliches Ehrgefühl?

Dreigeteiltes Werk wirft kritischen Blick auf die Gesellschaft

Im Triptychon nimmt "Jedermann" die zentrale Mitte ein. Er wird als Verursacher des moralischen Verfalls gesehen. Der linke Flügel möchte mit aufrüttelnden Schlagworten die Skrupellosigkeit der Menschen aufdecken. Der Flügel auf der rechten Seite soll ein Spiegelbild des eigenen Wertekodex sein. BesucherInnen der Ausstellung sollen dazu angeregt werden, den eigenen Weg zu hinterfragen.

Die Schweinshaxe mit der Rolex

Doch bevor man das Triptychon genauer unter die Lupe nehmen kann, fällt noch ein anderes Objekt ins Auge, das auf den ersten Blick möglicherweise nicht zu definieren ist. Bei näherer Betrachtung erkennt man eine bronzene Schweinshaxe, paradoxerweise geschmückt mit einer Rolexuhr. Schreilechner möchte mit dieser Skulptur ein Mahnmal gegen Verschwendung setzen. Das Ehrgefühl schwinde und lasse an falsche Dinge und Werte glauben, so der Künstler.

Schreilechner ist 1956 in Mariapfarr im Lungau geboren. Er lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Golling. 2008 erhielt er ein Stipendium an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg.

Quelle: SN

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